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CH/Atomdebatte: Wirtschaftsverband setzt auf Cleantech

Bern (awp/sda) - Nicht die ganze Wirtschaft bekämpft den Ausstieg aus der Atomenergie. Im Wirtschaftsverband swisscleantech zusammengeschlossen, treiben über 200 Unternehmen aus Industrie, Stromversorgung und Umwelttechnologie die Energiewende voran.
Für sie ist eine nachhaltige Energiepolitik nicht nur das politische Diktat der Stunde, sondern auch eine wirtschaftliche Chance. Vor 150 Jahren sei die Schweiz arm gewesen, sagte Bertrand Piccard, der das Patronatskomitee von swisscleantech präsidiert, am Montag vor den Medien in Bern. Dank der Visionen einiger Pioniere sei sie 30 Jahre später ein reiches Land gewesen.
"Auch heute müssen wir wieder eine solche Wahl treffen", sagte der Solarpionier. Im Gang sei nichts weniger als eine neue Industrierevolution. "Wenn wir reich bleiben wollen, müssen wir mitmachen", ist Piccard überzeugt. Die ganze Welt werde in Zukunft Cleantech-Produkte brauchen. "Wenn wir sie nicht verkaufen, verkauft sie jemand anderes."
Motor der Energiewende ist gemäss der am Montag vorgestellten "Cleantech Energiestrategie" die Vollkostenrechnung. Wenn man alle Kosten einbeziehe, seien weder die Atomkraft noch fossile Energieträger wirtschaftlich, sagte Verbandspräsident Nick Beglinger. Die Zeit der Billigstrom-Strategie sei zu Ende.
Das Modell von swisscleantech sieht vor, dass Strom um 20 bis 30% teurer wird. Mit dem Geld liessen sich erneuerbare Energien und die Verbesserung der Stromnetze in einer Übergangszeit fördern. Davon würde die ganze Schweizer Wirtschaft profitieren, ist Beglinger überzeugt.
Heute werde das in der Schweiz verdiente Geld in Saudi-Arabien oder Kasachstan für fossile Brennstoffe ausgegeben. In der Schweiz eingesetzt, könnte es zu einem Aufschwung und vielen neuen Arbeitsplätzen führen. "Wir wollen umweltfreundlich und reich werden", brachte Christian Zeyer, Hauptautor des Strategiepapiers, diese Stossrichtung des jungen Wirtschaftsverbands auf den Punkt.

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