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Bern (awp/sda) - Die Folgen des AKW-Unfalls in Japan sind in der Schweiz nun auch in Bodennähe messbar: Die Behörden haben leicht erhöhte Radioaktivitätswerte registriert. Für die Bevölkerung besteht laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) aber weiterhin keine Gefahr.
In Genf haben die Behörden 160 Mikrobecquerel gemessen, in Klingnau im Kanton Aargau 80 Mikrobecquerel. Diese Werte seien für die Gesundheit unbedenklich, sagte Werner Zeller, Leiter der Abteilung Strahlenschutz im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Mittwoch vor den Medien. Registriert wurden Spuren von Jod 131, Cäsium 137 und Cäsium 134.
Auch die Messungen mit Flugzeugen der Luftwaffe haben die Behörden fortgesetzt. Der höchste gemessene Wert betrug 230 Mikrobecquerel pro Kubikmeter Luft. Dieser Wert liegt 10'000 Mal unter dem Grenzwert, der bei 3 Millionen Mikrobecquerel (oder 3 Becquerel) pro Kubikmeter liegt. Nach dem AKW-Unfall in Tschernobyl waren in der Schweiz in Bodennähe 5 Becquerel gemessen worden.
In nördlichen Staaten wurden laut Zeller etwas höhere Werte gemessen als in der Schweiz. Auch dort bestehe aber keine Gefahr. Die Bundesbehörden informierten am Mittwoch zudem über die verstärkten Kontrollen der Lebensmittel aus Japan. Bereits vor rund zwei Wochen hatten sie den Zoll beauftragt, schwerpunktmässig Kontrollen durchzuführen.
Am Dienstag hat das BAG nun erstmals eine Probe erhalten, wie Michael Beer, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit im BAG, sagte. Es handle sich um Algen. Die Resultate der Analyse lagen am Mittwoch noch nicht vor.
Am Donnerstag treten zwei Verordnungen in Kraft, welche den Umgang mit Lebensmitteln aus Japan regeln. Die japanischen Behörden müssen die Produkte mit einem Zertifikat versehen. Je nach Herkunft der Produkte müssen sie zudem einen Analysebericht vorlegen, der belegt, dass keine Werte überschritten werden. Die Angaben aus Japan sollen stichprobenmässig überprüft werden.
Diese Regelungen führt die Schweiz koordiniert mit der EU ein. Beer äusserte sich auch zu den Grenzwerten in der EU. Anders als in der Schweiz seien die Höchstwerte dort nicht fix geregelt, hielt er fest. Sie würden erst im Bedarfsfall erlassen. Es treffe aber nicht zu, dass die EU die Grenzwerte erhöht habe. In der Schweiz gelten die Grenzwerte seit den 90er Jahren.
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) schätzt die Lage vor Ort nach wie vor als "stabil, aber kritisch" ein, wie Direktor Hans Wanner sagte.
Die Fachleute des ENSI gehen davon aus, dass die Brennelemente in den Reaktorblöcken 1, 2 und 3 stark beschädigt sind. Es habe eine teilweise Kernschmelze gegeben. Weiter glaubt das ENSI, dass die Schutzhülle von Block 2 defekt ist. Bei Block 3 sei dies unklar.
Das grösste Problem stelle derzeit das kontaminierte Wasser dar. Laut Wanner wurden ausserdem "relativ hohe" Strahlenwerte ausserhalb der 20-Kilometer-Sperrzone gemessen. Die Informationen seien nach wie vor spärlich, sagte Wanner.
mk

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