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Biel (awp/sda) - Trotz aller Preissenkungen sind Handygespräche in der Schweiz immer noch massiv teurer als im europäischen Ausland. Durchschnittlich kostete eine Minute Handygespräch im Jahre 2008 hierzulande 23 Euro-Cent. Das ist drei Viertel mehr als im EU-Durchschnitt.
Damit habe die Schweiz den höchsten Betrag Europas mit Ausnahme von Malta (24 Cent), stellte das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in seiner Jahresbilanz fest. Im europäischen Mittel verlangten die Mobilfunkanbieter lediglich 13 Cent.
Als Gründe nannte der für den Telekommarkt verantwortliche Bakom-Vizedirektor Philipp Metzger am Mittwoch vor den Medien in Biel zum einen die grossen Infrastrukturkosten in der Schweiz, die etwa durch die Topographie und die strenge Strahlenschutzverordnung entstehen würden. Zum anderen seien die Grosshandelspreise hierzulande so teuer wie praktisch nirgends in Europa.
Nur in Bulgarien seien diese so genannten Mobilterminierungsgebühren, die die Telekomanbieter für die Durchleitung von Anrufen auf ihr Handynetz verlangen, mit 12.14 Cent noch höher in der Schweiz. Mit einer gewichteten durchschnittlichen Durchleitungsgebühr von 10.54 Cent seien Swisscom, Sunrise und Orange 57 Prozent teurer als der gewichtete europäische Durchschnitt von 6.70 Cents.
Trotz einiger Preissenkungen habe der Wettbewerb die Durchleitungsgebühr noch nicht auf einen Tiefststand runtergedrückt, hiess es. Dass noch Potential vorhanden sei, zeige die Tatsache, dass die Durchleitungsgebühren im Mobilfunk zwölf Mal höher seien als im Festnetz. Im europäischen Durchschnitt seien es lediglich sechs Mal mehr.
In der Folge müssen die Kunden für Handygespräche hierzulande tief in die Tasche greifen. Wenigtelefonierer bezahlen im Durchschnitt 15.57 Euro pro Monat, was fast 60 Prozent mehr sind als im europäischen Schnitt. Am grössten ist der Unterschied bei Plaudertaschen, die praktisch doppelt so viel auslegen müssen.
Die Endkundenpreise würden sinken, wenn der Regulator bei den Durchleitungsgebühren im Mobilfunk eingreifen würde, sagte Metzger. Dies ist bislang noch nicht geschehen, weil sich die Anbieter untereinander immer wieder geeinigt und bislang alle Klagen bei der Eidg. Kommunikationskommission (ComCom) zurückgezogen haben. Derzeit ist nur eine Klage der Anbieterin VTX vor der ComCom hängig, die die Senkung von Durchleitungsgebühren verlangt.
Immerhin hat die Wettbewerbskommission (Weko) die Swisscom zu einer Rekordbusse von 333 Mio CHF verdonnert, weil die Ex-Monopolistin ihre marktbeherrschende Stellung ausgenützt und über Jahre zu hohe Preise verlangt haben soll. Die Angelegenheit ist derzeit vor Bundesgericht hängig.
Dass die Endkundenpreise sinken, wenn die Behörden eingreifen, zeigt die EU. Dort legt die EU-Kommission die Maximalpreise für Anrufe im europäischen Ausland fest (sog. Roaming). Im Vergleich dazu sind Gespräche mit Schweizer Handys in den EU-Ländern sehr teuer.
Ganz anders sieht die Lage aus bei Reisen ausserhalb der EU wie etwa den USA, wo die EU-Regulierung nicht greift. Da gehören die Schweizer Anbieter im internationalen Vergleich zu den günstigsten. Am tiefsten müssen dort die Kunden österreichischer, luxemburgischer oder slowakischer Handyanbieter in die Tasche greifen.
Allerdings seien Preise nur ein Faktor des Telekommarktes, sagte Metzger. Man müsse aufpassen, dass man nicht kurzfristig die Preise für Endkunden senke auf Kosten der Substanz, so dass die Anbieter nicht mehr investieren würden.

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