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Zürich (awp) - Die Schweizer Banken erwarten mehrheitlich negative Auswirkungen der zunehmenden Regulierung des Finanzsektors auf ihr operatives Geschäft. Die Bankaktionäre hätten deshalb künftig mit tieferen Renditen zu rechnen, glaubt eine klare Mehrheit der Finanzinstitute gemäss einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst&Young unter 60 Banken. Für 2011 sind die Banken aber insgesamt optimistisch.
Die zunehmende Regulierung werde das Geschäft nach Meinung der Institute in den nächsten 6-12 Monaten "eher negativ" (57%) oder "negativ" (8%) beeinflussen, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Bankenbarometer 2011. Die verbundenen Kosten könnten nach Einschätzung der Banken dabei nur zu einem geringen Teil an die Kunden abgewälzt werden können. Neben tendenziell tieferen Renditen erwarten die meisten Banken zudem eine grundlegende Anpassung der Vergütungs- und Anreizsysteme.
Trotz der Sorgen um die Regulierung ist die Stimmung für das laufende Jahr gut: So erwarten 58% der befragten Banken in den nächsten sechs Monaten einen "eher positiven" und 34% gar einen "sehr positiven" Geschäftsverlauf. Rundweg zuversichtlich sind dabei die Kantonalbanken, während sich bei den Regionalbanken und den Auslandbanken eine Minderheit pessimistisch gibt. Das abgelaufene Jahr 2010 wird als "positiv" (52%) oder "eher positiv" (40%) beurteilt.
Unter den verschiedenen Regulierungen erwarten knapp die Hälfte der Befragten die gewichtigsten Auswirkungen aus der Regulierung der grenzüberschreitenden Aktivitäten (Cross Border), ein weiteres Viertel nennt die Steuerabkommen und die Steuertransparenz. Nur eine Minderheit der Banken sehen dagegen einen starken Einfluss der Liquiditäts- und Einlagesicherungsvorschriften und der strengeren Eigenmittelregulierung.
Den intensivsten Wettbewerbsdruck ortet eine Mehrheit der Institute (59%) im Private Banking, während 22% das Retail Banking als stark umstritten erachten. Knapp die Hälfte der Banken erwartet eine Konsolidierung in den nächsten 6-12 Monaten, wobei vor allem die Regionalbanken und die Privatbanken Fusionen oder Übernahmen vorhersehen.
Im Kreditgeschäft dürften sich die Banken im laufenden Jahr nicht stärker zurückhalten als im vergangenen Jahr: 58% der Institute gehen von gleich bleibenden Kreditvergaben aus, 13% gar von einer weiteren Expansion. Allerdings beobachten viele Banken auch, dass die Regeln der Kreditvergabe vermehrt aufgeweicht werden. Eine Neigung zur Blasenbildung am Immobilienmarkt wird deshalb von 55% bejaht.
Die Zinsentwicklung in der Schweiz wird von der Hälfte der Institute 2011 als stabil angesehen, während die andere Hälfte leicht steigende Zinsen oder in einer kleinen Minderheit (5%) stark steigende Zinsen antizipiert. Zudem rechnet eine klare Mehrheit der Befragten für das kommende Jahr mit einem gleich bleibenden oder stärker werdenden Schweizer Franken gegenüber den wichtigsten Währungen.
tp/ps

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