Navigation

CH/Berufliche Vorsorge: Wertschwankungsreserven 2008 sind eingebrochen

Dieser Inhalt wurde am 06. November 2009 - 11:20 publiziert

Neuenburg (awp/sda) - Die Finanzkrise hat die Wertschwankungsreserven in der beruflichen Vorsorge einbrechen lassen. Die Unterdeckung erhöhte sich 2008 spürbar, wie das Bundesamt für Statistik am Freitag mitteilte. Für 2009 sieht es einen Silberstreifen am Horizont.
Bei den Kapitalanlagen ergab sich 2008 ein Nettoverlust von insgesamt 76,2 Mrd CHF. Dieser dürfte "vielerorts allerdings weitgehend buchmässig ausgefallen sein", schreibt das BFS in seiner provisorischen Statistik der beruflichen Vorsorge 2008.
Die Wertschwankungsreserven, die in den "fetten Jahren" 2005/06 stark gewachsen waren, umfassten Ende 2007 noch 51,5 Mrd. Bis Jahresende 2008 schrumpften sie auf 8,5 Mrd CHF. Da diese Reserven bei vielen Einrichtungen nicht ausreichend dotiert waren, erhöhte sich im gleichen Zeitraum die Unterdeckung von 17,8 auf 57,3 Mrd CHF.
Zudem mussten die freien Mittel von 9,4 Mrd auf 1,3 Mrd CHF abgebaut werden. Als Folge des Kurszerfalls auf den Anlagemärkten - die Aktien brachen um einen Drittel ein - verminderte sich die Bilanzsumme auf 537 Mrd CHF (minus 11,3%).
Ab Anfang 2009 hätten zahlreiche Vorsorgeeinrichtungen Sanierungsmassnahmen ergriffen. Seit der deutlichen Kurserholung auf den Börsenmärkten ab dem zweiten Quartal dieses Jahres habe sich die Lage bei vielen Pensionskassen wieder spürbar entspannt, stellt das BFS fest.
Da die Realwirtschaft bis Ende 2008 von der Finanzmarktkrise noch weitgehend verschont blieb und die Arbeitslosigkeit gering war, stieg die Anzahl der aktiven Versicherten, also der Beitragszahlen, weiter auf über 3,65 Mio (+3%, 2000 waren es 3,2 Mio)
Die Zahl der Rentenbezüger stieg 2008 um 2,8% auf knapp 931'000 (im Jahr 2000 waren es noch knapp 750'000). Die Zahl der Kapitalbezüger wuchs um über 12% auf knapp 41'000.
Die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen, also der Kassen, ging weiter zurück. Ende 2008 gab es noch rund 2430 Einrichtungen, 2007 waren es 2543, im Jahr 2000 noch fast 9100.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlten 2008 knapp 44,3 Mrd CHF in die Kassen ein, 2007 waren es 43,8 Mrd. Die Kassen wiederum zahlten 2008 22,7 Mrd. CHF an Renten aus - 3,9% mehr als 2007. Die Kapitalleistungen wuchsen leicht auf 5,7 Mrd.
Die Leistungen im Alter würden vermehrt in Form von Kapital und Rente bezogen, stellt das BFS fest.
uh

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?