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CH/Bundesrätin Leuthard setzt sich in Japan für Wirtschaft ein

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2009 - 18:30 publiziert

Seoul (awp/sda) - Die Basis für eine stärkere wirtschaftliche Bindung mit Japan ist laut Bundesrätin Doris Leuthard gelegt: Nun sei es an der Schweizer Geschäftswelt, das neue Freihandelsabkommen zu nutzen, sagte Leuthard am Donnerstag nach Abschluss ihres Besuchs im ostasiatischen Land.
Der Vertrag zwischen der Schweiz und der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft ist seit September in Kraft. Japan aus diesem Grund mit zwei Dutzend Vertretern aus der Schweizer Wirtschaft einen Besuch abzustatten, habe sich gelohnt, sagte die Bundesrätin am Abend der Nachrichtenagentur SDA im südkoreanischen Seoul.
Die Manager und Unternehmer aus der Schweiz hätten Gelegenheit gehabt, Beziehungen zur japanischen Wirtschaft zu knüpfen - nun gelte es, sie zu pflegen. Die Delegation kam mit zahlreichen einflussreichen Vertretern der japanischen Geschäftswelt in Kontakt - beispielsweise mit dem nationalen Wirtschaftsdachverband Keidanren.
Japan ist für Schweizer Firmen der wichtigste Markt in Asien, letztes Jahr exportierten sie Güter im Wert von mehr als 7 Mrd CHF dorthin. Der Vertrag macht die Geschäftsbeziehung viel einfacher - die meisten Zölle fallen weg. Investitionen und geistiges Eigentum werden zudem geschützt und der freie Wettbewerb sichergestellt.
Auch so genannte nicht-tarifäre Handelshemnisse sollen dank des Vertrags weniger vorkommen - etwa, wenn eine ausländische Firma sehr viele Bewilligungen braucht, um Waren einzuführen. Solche Probleme sollen nun in einer ständigen japanisch-schweizerischen Arbeitsgruppe zur Sprache gebracht und dann gelöst werden.
Trotz des neuen Vertrags ist die Wirtschaftsbeziehung aber nicht ganz ungetrübt: Der Luzerner Lifthersteller Schindler steht seit drei Jahren in der japanischen Öffentlichkeit unter sehr starker Kritik, weil bei einem Unfall mit einem Schindler-Lift ein Junge ums Leben kam.
Obwohl ein Bericht der Polizei keinen Konstruktionsfehler von Schindler festgestellt hat, wird dem Luzerner Unternehmen den Todesfall von verschiedenen Seiten weiterhin angelastet.
Schindler hat in den vergangenen Jahren keinen Lift in Japan mehr verkauft. Doris Leuthard hatte das sensible Thema in Japan bei ihren Treffen nicht direkt zur Sprache gebracht, auch weil noch ein Zivil- und ein Strafverfahren im Gang sind.
Die Bundesrätin war aber nicht nur im Dienste der Schweizer Wirtschaft in Japan: Sie traf sich auch mit einigen Ministern der japanischen Regierung - seit September regiert eine neue Partei das Land. Sie habe bei den neuen Ministern Aufbruchstimmung gespürt, erklärte Leuthard.
Allzu konkret hätten sie sich ihr gegenüber aber nicht geäussert, etwa auf die Frage, wann das japanische Parlament das neue Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz unterzeichnen wird. Das Abkommen hatte die Schweiz nach dem Steuerstreit neu ausgehandelt.
In Südkorea wird sich die Bundesrätin am Freitag mit der Regierung treffen, unter anderem kommt es zu einer Unterredung mit dem Premierminister. Am Samstag fliegt sie in die Schweiz zurück.
Das Reiseprogramm der Bundesrätin wäre aber fast durcheinander gewirbelt worden: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag braute sich vor der japanischen Küste ein Taifun zusammen - ausser dem vielen Regen hatte es für die Besucher aus der Schweiz aber keine Unannehmlichkeiten zur Folge.
rt

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