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Zürich (awp/sda) - In den Chef-Etagen machen sich wieder Konjunkturängste breit: 17% statt wie im März noch 2% der Schweizer Finanzchefs befürchten, dass der Aufschwung bald ins Stocken gerät. Der Pessimismus greift hierzulande deutlicher um sich als im Ausland.
Nur noch 30% der Finanz-Manager klingen bezüglich der finanziellen Entwicklung ihres Unternehmens optimistisch, wie die Beratungsfirma Deloitte in einer Umfrage unter 47 Teilnehmern im vergangenen Juni ermittelt hat. Im ersten Quartal 2010 hatten noch mehr als die Hälfte der Befragten Zuversicht bekundet.
Der Grund für die tieferen Sorgenfalten liegt vor allem in der europäischen Schuldenkrise und den Sparanstrengungen wichtiger Regierungen. Für 73% ist die unsichere Lage der Euro-Zone ein mittelgrosses Risiko, für 22% sogar ein schwerwiegendes Problem für die Schweizer Wirtschaft.
Das Gespenst einer neuen Krise geht wieder um: Die Angst vor einem erneuten Abgleiten in eine Rezession, was Ökonomen auch als "Double Dip" bezeichnen, sei eindeutig grösser als im ersten Quartal, sagte Michael Grampp, Leiter Research bei Deloitte, am Montag vor den Medien.
Der wegen der Euro-Krise deutlich stärkere Franken ist für knapp die Hälfte der Befragten ein Problem für die heimische Wirtschaft: Vor allem Finanzchefs aus exportorientierten Unternehmen in der Maschinen- und Elektroindustrie äusserten Bedenken. Gelassener sieht die Finanzbranche die Wechselkursentwicklung.
Die Mehrheit der Befragten glaubt nicht, dass der Franken in zwölf Monaten wieder über die Marke von 1,40 steigen wird: 39% der Finanzchefs erwarten, dass der Franken innert Jahresfrist zwischen 1,30 und 1,40 EUR wert sein wird. 26% fürchten gar, dass der Franken dann unter 1,30 EUR gehandelt wird.
Die Unternehmen behelfen sich, indem sie ihre Währungsrisiken so weit wie möglich absichern. Die Deloitte-Berater haben beobachtet, dass das Interesse an Absicherungsgeschäften spürbar gestiegen ist.
Der Pessimismus sei bei den Schweizer Finanzchefs stärker eingetreten als in anderen europäischen Ländern wie Grossbritannien, wo Deloitte ähnliche Befragungen durchführt, oder den Benelux-Ländern, sagte Michael Grampp. Dies zeige sich am stärksten an der Lagebeurteilungen für das eigene Unternehmen.
Die Einschätzungen der Finanzchef hingen stärker vom der öffentlichen Diskussion ab, als gemeinhin angenommen: So hätten die negativen Schlagzeilen um den Euro, die seit dem Akutwerden der Griechenland-Krise auftauchten, die Manager klar beeindruckt, erläuterte Grampp die Umfrageergebnisse.
Inmitten der neu aufgeflammten Diskussion um einen Schweizer EU-Beitritt hat Deloitte die Finanzchefs erstmals nach ihrer Meinung zu diesem Thema befragt: Dabei kam heraus, dass 39% dafür sind, dass sich die Schweiz der europäischen Staatenorganisaton anschliesst.
"Ich bin etwas überrascht über diese Zahl, da die Frage genau zu einem Zeitpunkt gestellt wurde, als die EU stark kritisiert wurde", sagte Michael Grampp. Deloitte wolle dieser Frage nun verstärkt Gewicht geben, sagte er.
ch

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