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Bern (awp/sda) - Die Finanzkrise hat bei den Sozialversicherungen deutliche Spuren hinterlassen. Zu diesem Schluss kommt der Jahresbericht des Bundesrates über die Sozialversicherungen.
Auswirkungen hatte die Krise sowohl auf die Einnahmen und Ausgaben als auch auf die Vermögensanlagen, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht schreibt.
Die Einnahmen aus den Lohnbeiträgen stiegen zwar auch in der Rezession, verringerten sich aber zwischen 2007 und 2009 "drastisch", wie es im Bericht heisst. Da die Löhne zeitlich versetzt reagierten, sei für 2010 sogar noch mit einer Verschärfung dieser Tendenz zu rechnen.
Allerdings zeigt sich laut dem Bericht, dass die Sozialversicherungsleistungen in Krisenzeiten auch zur Unterstützung der Konjunktur beitragen. Für eine abschliessende Bilanz sei es zu früh, hält das BSV fest.
Die Zahlen zu den einzelnen Versicherungen waren bereits bekannt. Der Bericht liefert jedoch eine Gesamtschau. Am stärksten von der Konjunktur abhängig sind demnach die Leistungen der Arbeitslosenversicherung.
Nachdem diese 2008 mit 3,5 Mrd CHF einen Tiefstand erreicht hatten, kletterten sie 2009 in die Höhe und erreichten 6 Mrd. Von diesem Anstieg dürften gemäss dem Bericht 2 Mrd direkt auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen sein.
Es handelt sich dabei um Mehrausgaben der Arbeitslosenversicherung gemessen an einem "ausgeglichenen Arbeitsmarkt", also ohne Krise. Da die Mehrausgaben die allgemeine Nachfrage stützten, wirkten sie laut dem Bericht als Konjunkturstabilisator.
Deutliche Auswirkungen hatte die Krise auch auf den Kapitalwert und die Entwicklung des Kapitalertrags der beruflichen Vorsorge und der Unfallversicherung. Der Wert des Finanzkapitals der 2. Säule sank im Jahr 20008 um 94 Mrd oder 15%. 2009 verbesserte sich die Lage jedoch, dank der Erholung der Finanzmärkte und der getroffenen Sanierungsmassnahmen.
Nur wenig Einfluss hatte das Auf und Ab der Anlageportfolios auf die AHV und die Krankenkassen, weil diese nach dem Umlageverfahren finanziert werden. In dieser Hinsicht habe sich die Kombination von Umlagefinanzierung und Vermögensbildung im Sozialversicherungssystem bewährt, heisst es im Bericht.
Allgemein beruhigte sich die Lage rascher als erwartet. Das BSV war davon ausgegangen, dass auf das Verlustjahr 2008 ein Jahr mit Nullwachstum folgen würde, wie Vizedirektor Werner Gredig auf Anfrage sagte. 2009 ging es jedoch bereits wieder bergauf.
Der Bericht, den der Bundesrat am 30. Juni genehmigte, enthält auch Angaben zu den Entwicklungen über die letzten zehn Jahre. Unter anderem wird die Entwicklung der Sozialleistungsquote dargestellt, welche die Sozialleistungen in Prozenten des Bruttoinlandprodukts erfasst.
Der Anstieg der Quote habe sich in den vergangenen Jahren stark abgeflacht, hält der Bericht fest. Nachdem die Quote 2005 einen Höchstwert von 22,3% erreicht hatte, ging sie in den Jahren 2006 bis 2008 deutlich zurück - und sank unter den Wert des Jahres 2002.
Die Sozialversicherungen hätten ihren Auftrag während der Krise sehr gut erfüllt, heisst es im Bericht. Sie hätten die sozialen Auswirkungen der Rezession abfedern können.
uh

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