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CH/Fleisch-Fachverband kritisiert "Swissness"-Vorlage als untauglich

Dieser Inhalt wurde am 27. April 2010 - 14:30 publiziert

Zürich (awp/sda) - Der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) wehrt sich gegen die Pläne des Bundesrates zum Schutz der Marke "Schweiz". Die Swissness-Vorlage sei untauglich und müsse vereinfacht werden, sagte SFF-Präsident Rolf Büttiker am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz in Zürich.
Die Fleischwirtschaft lehne auch die vorgeschlagene Lebensmittelkennzeichnung "Healthy Choices" ab, die einen Beitrag gegen Übergewicht und Fehlernährung leisten soll. Sie führe zu Fehlinterpretationen, weil nur nachteilig wirkende Inhaltstoffe, nicht aber positiv wirkende Nährstoffe berücksichtigt würden. Fleisch und Fleischprodukte hätten dabei keine Chance, das Label zu erhalten.
Im Hinblick auf die bevorstehende Grillierzeit gab Büttiker Entwarnung bezüglich der Cervelatwurst. Es könnten wieder genügend Rinderdärme zur Produktion der beliebten Schweizer Spezialität importiert werden, zwar nicht aus Brasilien, doch aus Argentinien, Uruguay und Paraguay.
Der SFF begrüsse grundsätzlich die Neueinführung des Schutzes der Marke "Schweiz", sagte Büttiker. Das Label "Swiss Made" diene zur Bekämpfung von Missbräuchen, sei aber auch wichtig im Hinblick auf die kommenden offenen Grenzen.
Die Entwürfe des Bundesrates zur Änderung des Markenschutz-Gesetzes enthält nach Ansicht des SFF aber "diskriminierende Regeln". Diese könnten sich als Bumerang für die Schweizer Landwirtschaft erweisen, warnte der SFF-Präsident.
Der SFF hält es nicht für angebracht, dass bei in der Schweiz verarbeiteten Lebensmitteln 80 Prozent des Rohmaterials aus dem Inland stammen müssen, um das "Schweiz"-Label zu erhalten.
Büttiker fordert stattdessen, dass sämtliche Lebensmittel, die vollumfänglich in der Schweiz hergestellt werden, als "Schweizer Produkte" bezeichnet werden dürfen, unabhängig von der Herkunft des Rohmaterials. Ansonsten müsse für die Erfüllung der "Swissness" mindestens 60 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz erfolgen.
Die Swissness-Vorlage blockiere auch den Markenschutz des "Appenzeller Möstbröckli", sagte Büttiker. Die Appenzeller Metzger befürchten, dass - vergleichbar mit dem Emmentaler Käse - auch im nahen Ausland Produkte unter dem Namen "Appenzeller Mostbröckli" vermarktet werden, wie der Appenzeller Metzgermeister Franz Fässler ausführte.
Den Schutz der beiden anderen Appenzeller Fleischspezialitäten Pantli und Siedwurst habe das Bundesamt für Landwirtschaft in Aussicht gestellt. Die Appenzeller Metzger wollen aber laut Fässler auf keinen Fall auf die Anerkennung des Mostbröckli als geschützte Marke verzichten.

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