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Bern (awp/sda) - Stefan Ritler, Leiter der Invalidenversicherung (IV), will nicht einfach die Renten kürzen, um seine Kasse wieder ins Lot zu bringen. Sein Ziel ist es, für 17'000 Rentnerinnen und Rentner eine Stelle zu finden. Dazu sei "Handarbeit" nötig, sagte er.
"Wir müssen bei Fachleuten und Firmen die Klinken putzen, für die Problematik sensibilisieren, an die soziale Verantwortung appellieren und so die IV-Bezüger quasi wieder in den Arbeitsmarkt hineinmassieren", sagte Ritler in Interviews mit der "Basler Zeitung" und der "Mittelland Zeitung" vom Samstag.
Er verweist auf seine Erfahrung als Leiter der IV-Stelle Solothurn. Jährlich seien dort bis zu 1000 Firmen besucht worden, dabei hätten jeweils rund 500 Stellen vermittelt werden können. Solche Bemühungen hofft er mit den Instrumenten der 6. IV-Revision unterstützen zu können.
"Wir müssen Anreize weiter ausbauen für die Arbeitgeber, behinderte Personen einzustellen", sagte der IV-Chef. Dank so genannten Arbeitsversuchen sollen diese die Möglichkeit haben, jemanden risikolos auf Probe anzustellen. Umgekehrt müsse dies ebenfalls gelten: Auch behinderten Personen soll der Schritt in die freie Wirtschaft mit solchen Versuchen erleichtert werden.
Ritler ist aber auch bewusst, dass er politisch zu Leistungskürzungen von einer halben Milliarde Franken verpflichtet ist. Bei einem solchen Einschnitt werde es auch Härtefälle geben, sagte er. "Wir müssen von der Vollkasko-Mentalität wegkommen und lernen, mit dem vorhandenen Geld auszukommen."
Die Renten mit der "Rasenmähermethode" um 30% oder mehr zu kürzen ist für Ritler aber keine Alternative. "Das wäre nicht mein Stil und aus meiner Sicht sozialpolitisch und volkswirtschaftlich der GAU", sagte der studierte Psychologe und Theologe, der seit Anfang Mai dieses Jahres im Amt ist.
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