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Bern (awp/sda) - Seit Februar ist der Milchmarkt in Vertrags-, Börsen und Abräumungsmilch aufgeteilt. Die Hoffnung, mit diesem System den Milchpreis zu stabilisieren, hat sich aber nicht erfüllt. Nun wollen die Schweizer Milchproduzenten (SMP) allzu eifrige Bauern zur Kasse bitten.
Jene, die mehr Milch melken als im Milchjahr 2008/2009, sollen vom SMP mit einer Abgabe von bis zu 30 Rappen pro Kilogramm zusätzlicher Milch belegt werden können, wie es in einem SMP-Communiqué vom Mittwoch heisst. Mit dem Geld soll ein Teil der Kosten für die Marktabräumung - der Verkauf der Milch als Milchpulver zu tiefen Weltmarktpreisen - gedeckt werden.
Dieser Vorschlag entspricht einer Motion, die der Berner SVP-Nationalrat und Landwirt Andreas Aebi im Juni eingereicht hat. Seiner Meinung nach müssen die Milchproduzenten das dreistufige Marktmodell selber umsetzen können, da Milchverarbeiter und Handel kein Interesse an einer tiefen Milchmenge hätten.
Diese sind zwar wie die Milchproduzenten in der Branchenorganisation Milch (BO Milch) vertreten. Deren Delegierte haben dem dreistufigen Marktmodell letzten November auch zugestimmt.
Dieses werde aber nicht angewandt, sagte SMP-Sprecher Christoph Grosjean-Sommer auf Anfrage. In der BO Milch seien zwar gute Beschlüsse gefällt worden. Bis jetzt fehle es aber am Willen, diese umzusetzen. So verkauften manche Bauern, die zu viel produzierten, die zusätzliche Milch nicht über die Börse, sondern direkt an die Abnehmer.
Das drückt den Milchpreis gemäss dem SMP-Sprecher immer weiter herunter, während die Milchmenge stetig wächst. Heute erhalten die Bauern im Durchschnitt zwischen 55 und 56 Rappen pro Kilogramm, der Richtpreis liegt aber bei 65 Rappen. "Dem können wir nicht mehr länger zuschauen", sagte Grosjean-Sommer.
Zwar haben Produzenten, Verarbeiter und Handel die BO Milch gegründet, um genau das zu verhindern. Aufhalten konnte die Organisation den Preiszerfall bei der Milch aber nicht. Trotzdem hält der SMP an der BO Milch fest: Diese müsse aber ihren statutarischen Auftrag - die Erhaltung von Wertschöpfung auf allen Stufen - erfüllen.
Bei der BO Milch nimmt man die Forderung der Milchproduzenten zur Kenntnis. Geschäftsführer Daniel Gerber gesteht auch ein, dass die verbindliche Mengensteuerung mit den verfügbaren Instrumenten nicht erreichbar ist. Den Grund dafür sieht er in den gegensätzlichen Interessen, die in der Organisation vertreten sind, wie er auf Anfrage sagte.
Allerdings verläuft der Bruch nicht nur zwischen Milchproduzenten auf der einen Seite und Verarbeitern und Handel auf der anderen. Auch die Milchproduzenten seien inzwischen gespalten, sagte Gerber: Ein Teil von ihnen habe durchaus ein Interesse, die neuen Freiheiten des Marktes stärker zu nutzen.
Auch wenn die BO Milch ihre Ziele nicht erreichen konnte: Für gescheitert hält Gerber die Branchenorganisation nicht. Es brauche nun aber eine eingehende Diskussion darüber, wie es weitergehen solle, sagte er. Dabei müssten auch andere Ansätze als die Milchmenge einfliessen, etwa die Qualität.

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