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Bern (awp/sda) - Der Konflikt bei der Gewerkschaft Unia in Bern spitzt sich zu: In einem schweizweit beispiellosen Vorgang haben bis zu 40 Mitarbeiter der Unia-Region Bern ihre Arbeit niedergelegt. Mit dem Streik protestieren sie gegen das "autoritäre Gehabe" der Regionsleitung.
Arbeiten wollen sie erst wieder, wenn zwei Forderungen erfüllt sind: Erstens müsse die Regionsleitung die Absetzung des Berner Sektionschefs Roland Herzog rückgängig machen. Und zweitens müsse die Unia die Verwarnung eines Mitglieds der Personalkommission zurücknehmen.
Nach Angaben des Personalverbands VPOD ist es das erste Mal, dass bei einer Schweizer Gewerkschaft gestreikt wird. Entsprechend gross war am Donnerstag das Journalistenaufkommen am Sitz der Unia-Region im Monbijou.
Der Konflikt schwele seit langem, erklärten die Streikenden. Der Fall Herzog habe das Fass nun zum Überlaufen gebracht. Die Regionsleitung gehe respektlos mit dem Personal um und versuche - wie auch gewisse Leute auf nationaler Ebene - autoritäre Strukturen durchzusetzen. Insbesondere in Co-Regiosekretärin Natalie Imboden habe man das Vertrauen verloren.
Am Sitz der Unia Schweiz im Egghölzli versuchte man den Ball flach zu halten. Mediensprecher Nico Lutz betonte, in jedem Unternehmen könne es solche Konflikte geben. Auch eine Gewerkschaft sei davor nicht gefeit.
Andreas Rieger bedauerte als nationaler Co-Präsident Schweiz die Eskalation des Konflikts. In der Sache zeigte er sich aber unnachgiebig. Die Absetzung von Herzog sei nötig gewesen, auch wenn er aufgrund des Persönlichkeitsschutzes dazu nicht nähere Angaben machen könne.
Dass die Unia zusehends autoritär geführt werde, glaubt Rieger nicht. Im vorliegenden Fall gehe es letztlich einfach um die Frage, "ob Vorgesetzte ein Weisungsrecht haben".
Co-Regiosekretärin Imboden erneuerte vor den Medien den Vorwurf, ihr Untergebener Herzog sei nicht kooperativ gewesen. Herzog habe Beschlüsse der Regionsleitung nicht umgesetzt und sie als Chefin ungenügend informiert, zum Beispiel in Zusammenhang mit dem Arbeitskampf bei der Kartonfabrik Deisswil.
Deshalb habe man beschlossen, Herzog zu versetzen. Der 59-Jährige, der zuletzt als kämpferischer Gewerkschafter für die Deisswiler Arbeiter ins Rampenlicht getreten war, soll die Zeit bis zu seiner Pensionierung auf dem Unia-Zentralsekretariat verbringen.
Diese Versetzung Herzogs sei nicht verhandelbar, betonte die Spitze der Unia Schweiz. Trotzdem wollen die nationale Gewerkschaftsführung und die Regionsleitung am Freitag mit den Streikenden an einen Tisch sitzen.
Denn in einem Punkt sind sich beide Seiten einig: Der Konflikt ist schlecht fürs Image der Unia. "Es darf nicht sein, dass unsere Mitglieder unter dem Konflikt leiden", sagte Co-Präsident Rieger.
Die Protestierenden der Sektionen Bern und Emmental-Oberaargau betonten, immerhin würden die wichtigsten Dienstleistungen aufrecht erhalten. So werde auf der Arbeitslosenkasse weiter gearbeitet, damit der Konflikt nicht auf dem Buckel der Schwächsten ausgetragen werde.
Die Unia hat landesweit 900 Angestellte, die sich um rund 200'000 Mitglieder kümmern. Bern ist die grösste Unia-Region mit rund 25'000 Mitgliedern. Die knapp 90 Angestellten arbeiten in drei Sektionen, wovon eine - die Sektion Oberland - den Streik nicht mitmacht.

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