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(Nach Medienkonferenz ausgebaut)
Zürich (awp) - Die Schweizer Privatversicherer sind in guter Verfassung und blicken zuversichtlich ins neue Jahr. Kopfzerbrechen bereiten der Branche regulatorische Unsicherheiten, insbesondere die per Jahresbeginn eingeführten Kapitalvorschriften des Swiss Solvency Tests (SST).
Die Versicherer hätten sich in einem äusserst schwierigen Währungs- und Zinsumfeld gut behauptet, erklärte Erich Walser, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) an der Jahresmedienkonferenz. Dies sei in erster Linie auf die in der Vergangenheit unternommenen Anstrengungen zurückzuführen: Die Gesellschaften hätten das Kerngeschäft weiter verbessert, die Profitabilität erhöht, das Risikomanagement verfeinert und die Kapitalbasis gestärkt. Die Schadenversicherer profitierten zudem von einer im mehrjährigen Vergleich unterdurchschnittlichen Belastung aus Naturkatastrophen.
STARKES WACHSTUM IM KOLLEKTIVLEBENBEREICH
Das Prämienvolumen der gesamten Schadenversicherung stieg über alle Gesellschaften und Sparten hinweg um 0,4% auf geschätzte 24,3 Mrd CHF. Das Wachstum liege damit leicht unter dem Durchschnitt der Vorjahre, so Walser. Dies sei ein Zeichen dafür, dass sich der Wettbewerb in einem weitgehend gesättigten Markt weiter verschärft habe.
In der Lebensversicherung erreichten die Gesellschaften 2010 ein Prämienvolumen von geschätzten 29,8 Mrd CHF. Trotz rekordtiefen Zinsen und anhaltenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten betrug das Wachstum damit rund 1,4%. Während in der Kollektivlebenversicherung das Volumen um 4,2% auf 20,7 Mrd CHF wuchs, sank dieses in der Einzellebenversicherung um 4,5% auf 9,2 Mrd CHF.
Im Kollektivlebenbereich sei die höchste Wachstumsrate der vergangenen acht Jahre erzielt worden, hiess es. Grund dafür sei das Vollversicherungsmodell, welches den KMU Sicherheit biete und das Gefühl vermittle, selbst bei gravierenden und länger anhaltenden Verwerfungen an den Finanzmärkten nicht auch noch selbst zur Sanierung einer in Unterdeckung geratenen Pensionskasse beitragen zu müssen.
Den Rückgang in der Einzellebenversicherung schreibt Walser vor allem der schädlichen Wirkung der Stempelsteuer zu, die das Volumen bei den Produkten mit Einmalprämien um deutliche 9,8% schrumpfen liess. Ansonsten habe sich der Trend weg von traditionellen Kapitalversicherung hin zur fondsgebundenen Lebensversicherung fortgesetzt.
LAUTE KRITIK AM SST
Bruno Pfister, CEO der Swiss Life und Vorstandsmitglied des SVV, äusserte sich in seinen Ausführungen kritisch zum SST-Regelwerk. Zwar stehe der Verband voll und ganz hinter der risikobasierten Versicherungsaufsicht, in der Ausgestaltung der Regeln sei es aber aus Sicht des SVV zu Übertreibungen gekommen. Dabei sprechen die Schweizer Versicherer mit Blick auf den sogenannten Swiss Finish im europäischen Vergleich von einem starken Wettbewerbsnachteil.
Ziel des SVV ist es nun, im Dialog mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) Anpassungen im SST anzubringen. Am grössten sei der Handlungsbedarf bei der Bewertung von künftigen Versicherungsleistungen in den Bilanzen der Unternehmen. Je tiefer der Zinssatz, der bei der Diskontierung angewendet wird, umso grösser der Kapitalbedarf für die Versicherer.
Derzeit stütze sich die von der Finma verlangte Zinskurve vor allem auf die Zinsen der Bundesanleihen. Dieser Markt sei aber zu wenig liquide und trage mit Restlaufzeiten von maximal 20 Jahre den langfristigen Risiken in der Lebensversicherung zu wenig gut Rechnung. Der SVV schlägt daher, wie auch in Europa angedacht, die Anwendung von Swap-Sätzen vor. Dies würde den Kapitalbedarf etwas eingrenzen.
Weiteren Anpassungsbedarf sieht der SVV etwa bei der Bewertung von Immobilienanlagen oder beim Einsatz von Stressszenarien. Ausserdem sollen die Fristen für eine Rückkehr des SST-Quotienten einer Gesellschaft in den "grünen Bereich" (über 100%) verlängert und dem EU-Niveau angepasst werden. Das Gewähren von Garantien zwischen Einheiten innerhalb einer Versicherungsgruppe soll zudem ohne Einschränkungen möglich sein.
mk/uh/dl

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