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(Durchgehend ergänzt nach Medienkonferenz)
Bern (awp/sda) - Das Lohngefälle in Schweizer Grosskonzernen ist laut dem Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse wieder ausgeprägter geworden. In 16 von 27 untersuchten Unternehmen vergrösserte sich im letzten Jahr der Unterschied zwischen den Tiefstlöhnen und den Managersalären.
Grösser wurde die Lohnschere beispielsweise beim Uhrenkonzern Swatch, beim Telekomzulieferer Ascom oder beim Lebensversicherer Swiss Life. Am markantesten vergrösserte sich die Differenz zwischen dem tiefsten Lohn und dem Durchschnittslohn in der Konzernleitung bei Georg Fischer: 2009 hatte beim Industriekonzern ein Manager 14 Mal mehr verdient, 2010 betrug das Verhältnis 20:1.
Kleiner wurde die Lohndifferenz unter anderen bei der Grossbank Credit Suisse, beim Pharmakonzern Novartis oder beim Versicherer Bâloise. Travail.Suisse nimmt die Geschäftsabschlüsse von 23 börsenkotierten Konzernen sowie der Genossenschaften Migros und Coop und der bundeseigenen Betriebe Post und Ruag unter die Lupe.
Die Löhne in den Chefetagen der 27 Konzerne seien in den letzten sieben Jahr im Schnitt um 126% gestiegen. Die Durchschnittslöhne in der Schweiz hingegen hätten sich nominal nur um 10,4% und teuerungsbereinigt nur um 3,7% erhöht, betonte Travail.Suisse.
Auch in den Verwaltungsräten (VR) werden laut Travail.Suisse immer höhere Vergütungen ausgeschüttet. Bei 22 der 27 Konzerne sei seit dem Jahr 2002 das Lohngefälle zwischen den VR-Löhnen zu den Tiefstlöhnen angestiegen. Im letzten Jahr blieb die Differenz bei einer Mehrheit aber stabil oder nahm ab.
Aus Sicht von Travail.Suisse gefährden die stetig steigenden Managerlöhne den sozialen Zusammenhalt in der Schweiz. "Das Erfolgsmodell Schweiz geht vor die Hunde", sagte Travail.Suisse-Präsident Martin Flügel am Montag vor den Medien in Bern.
Die Manager verspielten die Glaubwürdigkeit der gesamten Wirtschaft. Die Argumente der Wirtschaft griffen nicht mehr, dass zeige sich unter anderem bei der aktuellen Debatte um die Einwanderung und die Personenfreizügigkeit.
Das Vertrauen müsse wiederhergestellt werden. Travail.Suisse will darum Bonuszahlungen an Manager begrenzen und eine Steuer auf Boni über 1 Mio CHF einführen. Über die Löhne von Verwaltungsrat und Konzernleitung müssten die Aktionäre entscheiden können. Als weitere Massnahme schlägt Travail.Suisse vor, Personalvertretungen in die Verwaltungsräte von Unternehmen wählen zu lassen.
"Es geht nicht darum, die Wirtschaft zu bestrafen", betonte Flügel. Gelinge es aber nicht, dass Vertrauen in die Wirtschaft wiederherzustellen, übernehme die Bevölkerung das Zepter. Dann stiegen die Chancen von Initiativen und Referenden, die weder im Interesse der Unternehmen noch der Arbeitnehmenden seien, sagte der Travail.Suisse-Präsident.
Die so genannte Minder-Initiative zur Begrenzung von Managersalären und die "1:12-Initiative" der Jungsozialisten genössen die "ideelle Unterstützung" des Verbands, sagte Flügel auf Anfrage. Beide Initiativen seien aber nicht "das Gelbe vom Ei".
dl

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