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Bern (awp/sda) - Die Unternehmensführung und -überwachung (Corporate Governance) ist bei börsenkotierten Schweizer Firmen im vergangenen Jahr leicht besser geworden. Trotz der hitzigen Diskussionen um Managerboni sind die Vergütungsstrukturen laut dem Vermögensverwalter zCapital nicht das grösste Hemmnis für die Aktionärsdemokratie.
Die grösste Einschränkung seien Beschneidungen der Aktionärsdemokratie durch Stimmrechtsaktien, Partizipationsscheine, Stimmrechts- oder Eintragungsbeschänkungen, schreibt zCapital in der Studie, die am Dienstag vor den Medien in Zürich veröffentlicht wurde. 45 Prozent der untersuchten Unternehmen hätten solche Einschränkungen der Mitwirkungsrechte der Aktionäre, sagte Studienautorin Jolanda Stadelmann.
In der dritten Ausgabe der Studie hat zCapital 130 Unternehmen und 20 Grosskonzerne untersucht, die an der Schweizer Börse kotiert sind. Unter die Lupe genommen wurde nebst der Informationspolitk weitere 56 Kriterien, welche die Kapital- und Aktionariatsstruktur, die Zusammensetzung von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat, die Entschädigung der Führungsgremien sowie die Mitwirkungsrechte der Aktionäre betreffen.
Dabei gewichtete zCapital die Mitwirkungsrechte der Aktionäre trotz der Wogen um die Abzocker in den Teppichetagen höher als etwa die Entschädigungs- und Beteiligungsmodelle der Unternehmen. "Damit wollten wir zum Ausdruck bringen, dass die Mangagervergütungen nicht das wichtigste Kriterium sind", sagte Stadelmann.
Die laufende Aktienrechtsreform gehe hier in die falsche Richtung. Sie werde unter dem Schlagwort der Abzockerei vom Parlament vor sich hergeschoben. Andere wichtige Themen seien dagegen nicht oder nur teilweise enthalten.
Vergessen gegangen sei beispielsweise das Prinzip "Eine Aktie - eine Stimme", sagte zCapital-Chef Gregor Greber. Ebenso nicht aufgeführt sei das Thema von unabhängigen Vertretern im Verwaltungsrat. Auch die statutarischen Einschränkungen und Hürden für die Einreichung von Traktanden an der Generalversamlung fehle in der Aktienrechtsreform.
Dennoch hat es im letzten Jahr Verbesserungen bei der so genannten Corporate Governance gegeben. Im Durchschnitt erreichten die von zCapital untersuchten Firmen im dessen Ranking 68 von maximal 100 Punkten. Im Vorjahr waren es noch 65 Punkte gewesen. Die höchste Punktzahl bei den Nebenwerten erreichte der Kioskkonzern Valora mit 87 Punkten, gefolgt vom Industriekonzern Sulzer und Bucher mit je 84 Punkten.
Der Sieger der beiden Vorjahre, Geberit, fiel auf den 4. Platz zurück. Punkte gekostet hat Geberit, dass Konzernchef Albert Baehny neu auch das Amt des Verwaltungsratspräsidenten übernahm. Insgesamt hätten wie im Vorjahr 14 Unternehmen eine Personalunion von Firmenchef und Verwaltungsratspräsidenten gehabt, sagte Stadelmann.
Bei den Grosskonzernen stach heuer Lonza mit 91 Punkten hervor, vor dem Zementkonzern Holcim (86 Punkten) und ABB (85).
Ein wichtiger Grund für die Verbesserungen sei das stärkere Engagement der Aktionäre, die zunehmend zahlreicher an der Generalversammlung präsent seien. Unter diesem Druck hätten vier Unternehmen Tecan, Newave, Also-Actebis und die Schulthess-Gruppe Stimmrechtsbeschränkungen abgeschafft.
Und Konsultativabstimmungen über die Entschädigungen der Topetage würden nun bei fast einem Viertel der mittelständischen Unternehmen durchgeführt. Ein Jahr zuvor seien es erst 5 Prozent gewesen. Zudem habe es etliche Achtungserfolge an Generalversammlungen gegeben, wo einige Aktionärsbegehren aufsehenerregenden Zulauf erhalten hätten, hiess es.
Die Löhne für die Chefs haben mittlerweile wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Im Mittel kassierte ein Firmenleiter eines Nebenwerts laut zCapital 1,15 Mio CHF nach 1,1 Mio im Vorjahr. Bei den Grosskonzernen stieg der Median-Lohn gar von 5,4 Mio auf 6,6 Mio CHF.
dl

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