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Zürich (awp/sda) - Der ständige Anstieg der Verwaltungsratssaläre bei kleineren und mittleren Schweizer Unternehmen (KMU) scheint gestoppt. Erstmals seit 1999 haben dieses Jahr die Honorare gemäss einer Studie leicht abgenommen. Am meisten Federn lassen mussten Verwaltungsräte von Banken, deren Auswüchse aus den Boomzeiten zurückgebunden wurden.
Im Durchschnitt verdient ein Verwaltungsrat eines KMU jährlich 25'500 CHF, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Verwaltungsratsstudie 2011 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft BDO sowie der Universität St. Gallen hervorgeht. Das sind fast 300 CHF weniger als bei der letzten Studie im Jahre 2008.
Am meisten zurückgestutzt wurden die Saläre von Bankverwaltungsräten, die von 2005 bis 2008 ihre Bezüge auf gut 91'000 CHF pro Jahr mehr als verdoppelt hatten. Nun müssen sie sich mit 39'100 CHF bescheiden. Damit seien die Bankverwaltungsräte aber immer noch die bestbezahlten von allen Branchen, hiess es in der Studie.
Der deutliche Rückgang lasse sich durch zwei Faktoren erklären: Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe auf die Saläre geschlagen, da die Erfolgshonorare kleiner seien als im Jahre 2008. Zudem seien damals mehr mittelgrosse Banken mit höheren Entlöhungen in der Studie enthalten gewesen.
"Wir interpretieren einen Teil der hohen VR-Saläre von 2008 bei Banken als Ausreisser", sagte Professor Urs Fueglistaller von der Uni St. Gallen vor den Medien in Zürich. "Aus unserer subjektiven Sicht waren die Verwaltungsratshonorare bei den Banken vor der Finanz- und Wirtschaftskrise einfach sehr hoch."
Über alle Branchen hinweg habe sich die Entlöhnung der Aufsichtsgremien mit gut 25'500 CHF im Durchschnitt auf einem "vernünftigen, realistischen und angemessenen" Niveau eingependelt, sagte BDO-Partner Werner Schiesser: "Wir sehen heute keine Exzesse."
Die zweithöchsten Vergütungen erhalten die Verwaltungsräte von KMU, die im Handelsgeschäft tätig sind: im Durchschnitt sind es 32'700 Franken. Am anderen Ende sind es in der verarbeitenden Industrie 23'000 CHF und bei den Dienstleistern rund 22'500 CHF.
Fast zwei Drittel der Verwaltungsräte sind 50 Jahre und älter. "Das ist kein Pfadilager oder die Jugend, die für Olympia trainiert. Es braucht Erfahrung und ein gewisses Alter, um in einem Verwaltungsrat tätig sein zu können", sagte Heiko Bergmann von der Uni St. Gallen.
Trotz des bereits relativ hohen Durchschnittsalters zeigt Trend weiter nach oben. Der Anteil der unter 40-Jährigen in Aufsichtsgremien habe nochmals leicht abgenommen im Vergleich zu 2008, sagte Heiko Bergmann.
Weiterhin tief ist auch der Frauenanteil, obwohl er in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Inzwischen sind 15,1% der Verwaltungsräte Frauen. Am tiefsten ist er weiterhin bei den Banken, welche am besten entlöhnen.
tp

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