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(Meldung umfassend erweitert)
Bern (awp/sda) - Der starke Franken hat in der Schweiz zwar keine Währungskrise ausgelöst, aber die Unsicherheit über die Entwicklung der Wirtschaft erhöht. Zu diesem Schluss kommt Staatssekretär Jean-Daniel Gerber nach dem Währungsgipfel vom Freitag im Bern.
"Das Ziel war eine fundierte Analyse über die Situation", sagte der Chef des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), der die Lagebeurteilung einberufen hatte. Dieses Ziel sei erreicht worden, fügte Gerber an. An dem mit Spannung erwarteten Treffen hatten verschiedene Vertreter der Dachverbände, der Sozialpartner und der Kantone teilgenommen.
Sie alle sehen "erhebliche Risiken" für die Schweizer Konjunktur, wenn der Franken auf Dauer überbewertet bleibt, wie das SECO mitteilte. Das Frankenhoch könnte die Wirtschaftserholung belasten.
Wie stark sich die Konjunkturentwicklung verlangsamen wird, lässt sich aus Sicht der Teilnehmer aber noch nicht beziffern. Immerhin sage aber für die nähere Zukunft kein Forschungsinstitut für die Schweiz eine Rezession voraus, hielt das SECO fest.
Weil sich der Schweizer Franken schnell aufwerte, ergäben sich für die Schweiz aber Anpassungsschwierigkeiten. Der Tourismus oder die exportorientierte Maschinenindustrie dürften den starken Franken am meisten spüren. Viele Unternehmen seien aber auch gar nicht tangiert.
"Eine starke Währung ist aus volkswirtschaftlicher Perspektive nicht per se schlecht", sagte Gerber. Eine grosse Gefahr bestehe aber im Risiko des "Überschiessens". Was aber eine zu schnelle Aufwertung genau bedeute, sei in der Praxis umstritten. Klar sei jedoch, dass der Wechselkurs in einer exportorientierten Wirtschaft eine wichtige Rolle spiele, sagte Gerber.
Zum Euro habe sich der Franken im letzten Jahr um 17% aufgewertet, zum Dollar um 6%. Problematisch sei dabei etwa auch, dass tiefere Importpreise nur ungenügend an Einkäufer weitergegeben worden seien.
Am Treffen seien auch Massnahmen gegen den starken Franken vorgeschlagen worden, darunter auch umstrittene wie eine Anbindung der Schweizer Währung an den Euro. Diese Ideen seien aber nicht analysiert worden. Für konkrete Massnahmen sei nämlich die Schweizerische Nationalbank zuständig, hielt Geber fest. Deren Unabhängigkeit sei am Treffen mehrfach betont worden.
Die Ursachen für den starken Franken lägen überdies nicht in der Schweiz, sondern in den Staatsdefiziten und den Schuldenproblemen in den Euroländern und den USA.
Gerber will nun dem Bundesrat die Lageanalyse weitergeben. Zwar sei Bundesrat Johann Schneider-Ammann nicht am Treffen dabei gewesen, doch da zurzeit nicht von einer Krise die Rede sein könne, sei das kein Problem.
Im übrigen würde das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) reagieren können, wenn dies im Extremfall nötig wäre, sagte Gerber. Dabei erinnerte er an die Stabilisierungspakete von 2009.
Doch nicht alle waren mit dem Ergebnis des Treffens zur Beurteilung der Wirtschaft zufrieden. Ein reiner Gedankenaustausch ohne Taten bringe der Bevölkerung nichts, teilte etwa der Schweizerische Gewerkschaftsbund mit. Auch der Arbeitnehmerverband Travail.Suisse vermisste rasche Massnahmen gegen die Frankenstärke.
Derweil entspannte sich in den vergangenen Tagen der Druck auf den Franken etwas. So legte in dieser Woche der Euro um rund 5 Rappen auf gut 1,29 CHF zu. Zur Berichtszeit notiert der Euro auf 1,2885 CHF.
rt

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