Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Bern (awp/sda) - Die Umwälzungen in Ägypten und Tunesien haben ausländische Investoren verunsichert. Schweizer Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, bis sich die politische Situation geklärt hat. Und Reisen in die beiden Länder werden hierzulande nur zögerlich gebucht.
Eine Umfrage bei grossen Schweizer Reiseunternehmen zeigt ein klares Bild: Viele Touristen meiden trotz tiefer Preise die beiden Länder - obwohl das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) schon seit längerem nicht mehr von Reisen in die wichtigsten lokalen Tourismusorte abrät.
Kuoni verzeichnet rund die Hälfte weniger Buchungen für Ägypten als vor einem Jahr. Noch stärker sei der Rückgang bei der Destination Tunesien, sagt Kuoni-Sprecher Peter Brun. "Für Tunesien ist die Saison gelaufen." Die Nachfrage komme nur sehr zögerlich zurück. Für Ägypten bestehe noch Hoffnung für das Herbstferien-Geschäft.
Bei Hotelplan Suisse ist der aktuelle Buchungsstand für Tunesien deutlich und für Ägypten leicht tiefer als vor einem Jahr, wie Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir sagte. Wie stark der Rückgang bei Tui Suisse ist, lässt sich gemäss Sprecher Roland Schmid noch nicht sagen. "Das Geschäft kommt aber nur ganz langsam zurück."
"Der Tourismus leidet sehr stark", bestätigt Ruedi Büchi, Verantwortlicher für Afrika/Naher Osten bei der Schweizer Exportförderorganisation OSEC. Sowohl für Ägypten als auch für Tunesien ist der Tourismus ein wichtiger Devisenbringer.
Gravierende Konsequenzen hat die Krise im ägyptischen Fremdenverkehr für den an der Schweizer Börse kotierten Hotelkonzern Orascom Development: Der wegen seines Projekts im urnerischen Andermatt bekannte Konzern des ägyptischen Unternehmers Samih Sawiris erzielt über 70% der Einnahmen in Ägypten.
Der Sturz des Diktators Husni Mubarak dürfte bei Orascom in diesem Jahr für einen Gewinnrückgang von rund 15% sorgen.
Die Unsicherheit beschränkt sich nicht auf den Tourismussektor: Ruedi Büchi vom Exportförderer OSEC spürt auch bei den in Ägypten und Tunesien tätigen Schweizer Unternehmen eine abwartende Haltung. Die Schweiz unterhält über die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) mit beiden Ländern Freihandelsabkommen.
Besonders in Ägypten, dem bevölkerungsreichsten nordafrikanischen Land, sind zahlreiche Schweizer Unternehmen tätig. Ein Beispiel für die aktuelle Situation liefert der St. Galler Maschinenkonzern Bühler, der in Ägypten Mühlen- und Teigwarenproduktionsanlagen verkauft.
Einzelne Kunden hätten ihre Aufträge verschoben, so Bühler-Manager Hannes Stricker. Zudem seien einige Projekte, bei denen die Regierung involviert ist, eingefroren. Die Regierung habe knappe Devisenreserven wegen der Krise im Tourismus und des tiefen Kurs des ägyptischen Pfunds.
Erst nach den für diesen Herbst geplanten Wahlen wird klar, wer in Ägypten und in Tunesien regieren wird. "Die Schweizer Unternehmen sind verunsichert, weil die politischen Entscheide noch nicht gefallen sind", sagt Ruedi Büchi.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










???source_awp???