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FRANKFURT (awp international) - Die US-Notenbank Fed wird ihre krisenbedingt sehr expansive Geldpolitik nach Einschätzung von Jürgen Michels, Euroraum-Chefvolkswirt der Citigroup, noch lange Zeit beibehalten. "Wir gehen davon aus, dass die Fed den Leitzins erst im Jahr 2012 anheben wird", sagte Michels am Dienstag in Frankfurt. Obgleich die Europäische Zentralbank (EZB) auch vorsichtig bei ihrer monetären Straffung vorgehen werde, dürfte sie etwas früher als die amerikanische Notenbank die Zinsen wieder anheben. Michels rechnet mit einer ersten Zinserhöhung der EZB im dritten Quartal 2011.
Der Ökonom begründete seine Einschätzung vor allem mit dem sehr unsicheren Wachstumsausblick für die USA. Wenngleich er nicht von einem Rückfall in die Rezession ausgeht, sei mittelfristig mit einem nur sehr verhaltenen Wachstum zu rechnen. Dieser Entwicklung dürfte die Federal Reserve mit anhaltend niedrigen Zinsen Rechnung tragen. "Die EZB jedoch wird neben ihrem Ziel der Preisstabilität stark auf ihre Glaubwürdigkeit achten, was frühere Zinserhöhungen wahrscheinlich macht." Die europäische Notenbank war in diesem Jahr nach mehreren Richtungsschwenks deutlich in die Kritik geraten.
Trotz früherer Zinserhöhungen als in den USA glaubt Michels nicht daran, dass die EZB bald wieder zur Tagesordnung übergehen kann. Dies gelte vor allem für die Liquiditätsversorgung der Geschäftsbanken, wo die Notenbank den Instituten immer noch zum Leitzins unbegrenzt Liquidität zur Verfügung stellt. "Vor allem die Vollzuteilung im wöchentlichen Hauptrefinanzierungsgeschäft dürfte die EZB noch lange aufrecht erhalten. Und hier spreche ich eher über Jahre als über Quartale." Gleichwohl befinde sich die EZB im Gegensatz zur Fed bereits auf dem "Exit-Pfad"/bgf/jha/

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