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Muttenz (awp) - Die laufende und harte Restrukturierung beim Chemiekonzern Clariant trägt Früchte. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal 2010, unterstützt von der positiven Wirtschaftsentwicklung, die Profitabilität weiter gesteigert. Der Fokus bleibt im restlichen Jahresverlauf auf der Restrukturierung, die mit einem weitern Stellenabbau verbunden ist. Die Guidance für 2010 hat Clariant indes erhöht.
Bei einem 18% höheren Umsatz von 1'894 Mio CHF resultierte trotz Restrukturierungskosten von 87 Mio CHF ein Gewinn von 25 Mio. Im Vorjahresquartal musste Clariant noch einen Fehlbetrag von 61 Mio CHF zeigen. Zulegen konnte der Konzern nach eigenen Angaben in allen Regionen und auch in jedem der zehn Geschäftsbereiche. Der schwache Euro habe in der Konzernregion Europa zu einem unerwartet starken Wachstum von 22% geführt.
Vor Sonderkosten konnten der EBITDA mit 264 Mio und der EBIT mit 211 Mio CHF mehr als verdoppelt werden. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag somit bei 11,1%, so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Die Visibilität sei wieder in den Markt zurückgekehrt. "Die Geschäftszyklen sind fast wieder normal und das Bestellverhalten der Kunden hat sich normalisiert. Es wird wieder geplant statt spontan und erratisch bestellt", umschrieb Clariant-CEO Hariolf Kottmann im Gespräch mit AWP die Situation.
STELLENABBAU GEHT WEITER
2009 und 2010 hat Clariant zu Jahren der Restrukturierung proklamiert. Ende Juni zählte der Konzern, der einst rund 30'000 Personen beschäftige, noch 17'268 Angestellte, 268 weniger als vor einem Jahr. Bis Ende 2010 sollen im Zuge des letzten November angekündigten Abbauprogramms weitere 270 bis 300 Stellen verschwinden.
Im Zuge der Optimierung der Produktionsstandorte steht bei Clariant ein weiterer Stellenabbau bevor. Konkretere Informationen seien im Oktober oder November zu erwarten, sagte Kottmann zu AWP.
Die Restrukturierung hat im laufenden Jahr bis dato 197 Mio CHF verschlungen. Kottmann geht im Gesamtjahr von Kosten nahe bei 300 Mio CHF aus. Nicht zuletzt aufgrund dieser Kosten liegt der Fokus des Managements auch darauf, Cash zu generieren. Der operative Cashflow lag jedoch im Berichtsquartal mit 33 Mio CHF deutlich unter dem hohen Niveau des Vorjahres (184 Mio CHF). Clariant begründete dies mit einem vorübergehenden Anstieg der Lagerbestände und der Forderungen.
WEITER STEIGENDE ROHSTOFFKOSTEN ERWARTET - HÖHERE GUIDANCE
Ein Thema sind auch die stetig steigenden Rohstoffkosten, die im Berichtsquartal um 4% angezogen haben. CEO Kottmann veranschlagt den Preisanstieg im Gesamtjahr auf 9 bis 10%, deshalb sollen die Bemühungen um höhere Verkaufspreise in den nächsten Monaten intensiviert werden. Er ist zuversichtlich, dass das Unternehmen die höheren Inputkosten auf der Rohmaterialseite via Preiserhöhungen vollumfänglich ausgleichen kann.
Clariant hat die Guidance für das laufende Jahr erhöht, geht jedoch angesichts einer erwarteten Abschwächung der globalen Wirtschaft für die zweite Jahreshälfte von einem langsameren Umsatzwachstum bei gleichbleibender Nachfrage aus. Für das Gesamtjahr 2010 wird neu ein Umsatzanstieg im hohen (alt: mittleren) einstelligen Bereich und eine operative Marge vor Einmaleffekten von über 8% gesehen (bisher 6,6%).
ANALYSTEN ÜBERZEUGT - GEWINNMITNAHMEN AN DER BÖRSE
Die Muttenzer haben mit ihren Zweitquartalszahlen auch die optimistischsten Schätzungen der Analysten übertroffen, die von "beeindruckenden" oder "herausragenden" Ergebnissen sprechen. Dass die Titel des Chemiekonzerns sehr schwach tendieren, wird mit Gewinnmitnahmen begründet.
Denn die harte Restrukturierung trägt nicht nur in der Erfolgrechnung Früchte, sondern schlägt sich auch schon seit Längerem im Aktienkurs nieder. Seit Jahresanfang hat sich der Titel um knapp 14% verteuert; in den letzten zwölf Monaten hat sich der Kurs gar verdoppelt.
Gegen 15.00 Uhr notieren Clariant Namen 3,3% tiefer auf 13,92 CHF.
ra/ps

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