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(Platzierung der Aktien abgeschlossen.)
FRANKFURT (awp international) - Die teilverstaatlichte Commerzbank wagt sich mit einer Kapitalerhöhung aus der Deckung. Sie gibt rund 118 Millionen neue Aktien im Wert von rund 626 Millionen Euro heraus und sammelt zugleich eigene nachrangige Anleihen im selben Volumen ein, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Aktien steigt dadurch um rund 10 Prozent.
Der Staat, der rund 25 Prozent an dem in der Finanzkrise fast zusammengebrochenen Institut hält, wird zudem Stille Einlagen im Wert von rund 200 Millionen Euro in Aktien wandeln, um weiterhin die Sperrminorität an der Bank zu besitzen. Die Bank stellt sich mit dem Schritt besser für die künftig strengeren Kapitalvorschriften für Banken ("Basel III").
BÖRSE REAGIERT MIT MIT SINKENDEM KURS
An den Aktienmärkten wurde die bereits erwartete Kapitalerhöhung negativ aufgenommen, weil sie die bislang schon ausgegebenen Aktien verwässert. Der Kurs der Commerzbank-Aktie sank bis zum Mittag um fast drei Prozent auf 5,48 Euro. Die Aktien wurden zu 5,30 Euro je Stück platziert. Die Emission sei mehrfach überzeichnet gewesen. Formal sind aber noch Beschlüsse von Commerzbank-Vorstand und -Aufsichtsrat notwendig.
Mit dem Schritt testet die Bank auch die Aufnahmefähigkeit der Aktienmärkte. Eine grössere Kapitalerhöhung, die unter anderem zur Rückzahlung von Staatsgeldern genutzt werden könnte, ist vorerst nicht vorgesehen. "Die Commerzbank plant nicht, im ersten Quartal 2011 weiteres Kapital aufzunehmen oder eine weitere Kapitalerhöhung bekanntzugeben", sagte ein Commerzbank-Sprecher. "Wir halten uns jedoch für die Zukunft alle Optionen für weitere Kapitalmassnahmen offen."
BUND BETEILIGT SICH AN KAPITALERHÖHUNG
Der Bund beteiligt sich über den staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin an der Kapitalerhöhung. "Dies erscheint vor dem Hintergrund der umfangreichen Stabilisierungsmassnahmen zugunsten der Commerzbank gerechtfertigt", heisst es in einem am Donnerstag bekanntgewordenen Schreiben des Finanzministeriums, das der Nachrichtenagentur dpa vorlag.
Mit der Massnahme soll laut dem Finanzministerium die Qualität des Kernkapitals der Bank verbessert werden. Dies erscheine auch aus Sicht des Finanzministeriums sinnvoll, nicht zuletzt im Hinblick auf die Eigenkapitalanforderungen von "Basel III". Die Bank bezeichnete die Transaktion als einen wichtigen Schritt bei der Optimierung ihrer Kapitalstruktur. Zudem soll die Massnahme einen einmaligen Gewinn für die Bank bringen. Kreisen zufolge soll es ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag sein.
Abgewickelt wird die Kapitalerhöhung über ein Bankenkonsortium, das von der Credit Suisse angeführt wird. Das Konsortium kauft die nachrangigen Anleihen am Markt und gibt sie der Commerzbank, die sie dann einzieht. Im Gegenzug erhält die Gruppe die neuen Aktien und kann sie am Markt verkaufen.
Die Commerzbank kehrte im vergangenen Jahr nach internationaler Rechnungslegung deutlich in die Gewinnzone zurück. Unter dem Strich dürfte demnach ein Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro in den Büchern stehen. Bei Rechnungslegung nach dem deutschen Handelsgesetz könnte allerdings erneut ein Verlust ausgewiesen werden, hiess es im November bei der Bekanntgabe der Neunmonatszahlen. Dies sorgte für Ärger in Berlin, da die Zinszahlung für die Stillen Einlagen des Bundes einen Gewinn nach deutschem Recht voraussetzt. Dem Bund könnten damit Zinszahlungen in Milliardenhöhe entgehen./rgo/zb/sl/wiz/zb

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