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FRANKFURT (awp international) - Die teilverstaatlichte Commerzbank geht bei ihrer Mega-Kapitalerhöhung unbeirrt vom Kursrutsch der vergangenen Wochen voran. An diesem Dienstag beginnt der letzte der für die Altaktionäre schmerzhafte Schritte, mit denen sich das Institut von einem Grossteil der Staatshilfen trennen will. Dann können Altaktionäre neue Papiere zeichnen. Die Bank wirft insgesamt gut 2,4 Milliarden neue Aktien zum Preis von 2,18 Euro das Stück auf den Markt. Die Zahl der Aktien verdoppelt sich dadurch noch einmal. Um die neuen Scheine loszuwerden, bietet die Bank den Anlegern einen kräftigen Rabatt an. Insgesamt will die Commerzbank so knapp vier Milliarden Euro am Markt einsammeln.
Die Börse reagierte dennoch vergleichsweise milde. Commerzbank-Aktien verloren zwar zum Handelsauftakt fast 5 Prozent an Wert, holten danach aber wieder etwas auf. Seit Ankündigung der Kapitalerhöhung Anfang April büsste das Papier fast ein Drittel von seinem Kurses ein. Analysten verwiesen darauf, dass nun sämtliche Fakten vorliegen und damit die Unsicherheiten rund um die Kapitalerhöhung beseitigt sind. Damit könne sich die Bank nun wieder auf das operative Geschäft konzentrieren, erklärte etwa DZ-Bank-Analyst Matthias Dürr.
Rechnerisch kommen die neuen Aktien mit einem Abschlag von rund 45 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag auf den Markt. Altaktionäre haben das Recht, für 11 bisherige Scheine 10 neue zu ordern. Für die bisherigen Anteilseigner ist das Bezugsverhältnis eine wichtige Nachricht. Sie müssen damit erneut kräftig Federn lassen. Ziehen sie bei der Kapitalerhöhung nicht mit, müssen sie eine erhebliche Verwässerung ihrer Anteile in Kauf nehmen. Die Alteigner sind ohnehin leidgeprüft. Die Commerzbank-Aktie hat seit dem Anfang der Finanzkrise 2007 rund 90 Prozent an Wert verloren. Dennoch rät ein Grossteil der Analysten bisherigen Aktionären, bei der Kapitalerhöhung mitzugehen.
Die Bezugsrechte für die neuen Aktien werden von diesem Dienstag bis zum 1. Juni gehandelt. Wenn am 7. Juni erstmals die neuen Papiere an der Börse gehandelt werden, wird die Commerzbank 5,1 Milliarden Aktien auf dem Markt haben. Das ist fast viermal so viel wie Anfang April vor der Kapitalerhöhung. Damals hatte die Aktie der deutschen Nummer zwei unter den Grossbanken noch deutlich mehr als fünf Euro gekostet. Dass das Institut auch beim nun anstehenden zweiten Schritt den erstrebten Erlös bekommt, ist gesichert - das garantieren die begleitenden Banken.
Mit dem Erlös will sich die deutsche Nummer zwei von einem Grossteil der in der Finanzkrise erhaltenen Staatshilfen trennen. Bis Mitte Juni sollen 14,3 Milliarden Euro der 16,2 Milliarden Euro schweren Stillen Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin zurückgezahlt werden. Davon kommen elf Milliarden Euro aus den zwei Teilen der Kapitalerhöhung. Rund 8,25 Milliarden Euro holt sich die Commerzbank dabei von institutionellen und privaten Anlegern.
Der Staat selbst trägt die Kapitalerhöhung voll mit und steuert weitere insgesamt 2,75 Milliarden Euro bei, um seine Beteiligung von 25 Prozent plus einer Aktie zu behalten und dadurch weiter hohen Einfluss auf die Geschäftspolitik der Bank zu haben. Der Soffin wandelt dadurch einen Teil seiner Einlagen bei der Bank in Aktien um. Auch die Allianz als weiterer Grossaktionär will anders als beim ersten Schritt diesmal mitziehen. Den ersten Teil nutzte der Versicherer, um seinen Anteil an der Bank unter die Marke von fünf Prozent zu drücken.
Im ersten Teil der Kapitalerhöhung hatte die Bank im April bereits 4,3 Milliarden Euro am Markt erhalten. Die Rückzahlung der Stillen Einlage soll auch zu einem Teil von 3,3 Milliarden Euro aus eigenen Mitteln der Bank gestemmt werden. Bis spätestens 2014 sollen die als Einlage erhaltenen Steuergelder komplett getilgt sein. Wie lang der Bund an seiner direkten Beteiligung als Grossaktionäre festhalten will, ist noch unklar.
Für Commerzbank-Chef Martin Blessing bedeutet die anstehende Rückzahlung der Stillen Einlagen ein Befreiungsschlag. Damit wird die Bank auch von diversen Schranken bereit - etwa bei der Vergütung ihrer Top-Manager. Zudem kann sich der Bankchef nun auf das eigentlich Bankgeschäft konzentrieren. In diesem Jahr hat er sich vorgenommen, der operativen Gewinn "signifikant" über das Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro zu steigern. 2012 soll es dann sogar über die Marke von vier Milliarden Euro klettern. Dazu soll vor allem die Integration der von der Allianz gekauften Dresdner Bank beitragen./enl/zb/tw

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