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CS Q3: Glanzresultat wird vom Markt nicht honoriert (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 22. Oktober 2009 - 14:10 publiziert

(Durchgehend nach Telefonkonferenz mit CEO Dougan ergänzt)
Zürich (awp) - Die Credit Suisse hat für das dritte Quartal ein Glanzresultat erzielt, das selbst die optimistischsten Prognosen übertraf. Der Markt reagierte darauf indes mit Kursabgaben. Für die Zukunft zeigt sich das Management wie immer vorsichtig, stellt den Aktionären aber wieder eine "normalisierte" Dividende in Aussicht.
"Wir sind über die Performance der Credit Suisse im dritten Quartal glücklich", sagte CEO Brady Dougan anlässlich einer Telefonkonferenz am Donnerstag. Die Bank habe Marktanteile bei den meisten Produkten und in allen Regionen gewonnen, ergänzte CFO Renato Fassbind. Ausserdem habe die Bank die risikogewichteten Aktiven vermindert und ihre Kapitalbasis gestärkt und nehme mit einer BIZ-Kernkapitalquote von 16,4% einen Spitzenplatz in der Branche ein, resümierte Dougan das Ergebnis.
RESULTAT VON INVESTMENTBANKING GETRIEBEN
Auf Konzernstufe resultierte für die Grossbank mit 2'354 Mio CHF ein Gewinn, der 50% höher ausfiel als im Vorquartal. Dazu haben alle Sparten, insbesondere aber das Investmentbanking, beigetragen. Dieses glänzte mit einem Vorsteuergewinn von 1'746 Mio CHF (+5%).
Dabei zeigte die Sparte erneut eine hohe Kostendisziplin, was zu einem Rückgang im Geschäftsaufwand um 20% auf 3'282 Mio CHF führte. Dadurch wurde das Minus des Ertrags von 16% überkompensiert. Die Gewinnmarge vor Steuern lag bei 34,6% gegenüber 27,5% im Vorquartal. Gleichzeitig hat die CS die risikogewichteten Aktiven im Investmentbanking auf 137 (139) Mrd reduziert.
Ebenfalls gut gearbeitet hat nach eigenem Befinden das Private Banking, das die Bereiche Wealth Management Clients und Corporate & Institutional Clients umfasst. Dies obwohl die Sparte mit einem Vorsteuergewinn von 867 Mio CHF 7% weniger verdiente als im Vorquartal. Für den Ertragsrückgang macht das Institut in erster Linie den tieferen Zinserfolg verantwortlich.
Erfreut zeigte sich CFO Fassbind über die Entwicklung im Asset Management. Sie sei ermutigend und die Sparte befinde sich auf Kurs. Mit einem Vorsteuergewinn von 311 Mio nach 55 Mio CHF im Vorquartal übertraf das Asset Management die Markterwartungen. Zum guten Ergebnis beigetragen haben ein Gewinn von 207 Mio CHF im Zusammenhang mit dem Abschluss des Verkaufs eines Teils des Geschäfts mit traditionellen Anlagestrategien an Aberdeen Asset Management sowie Anlagegewinne von 97 Mio CHF.
STARKER NEUGELDZUFLUSS
Erfreulich entwickelte sich auch der Neugeldzufluss. Insgesamt verbuchte der Konzern Nettoneugelder in der Höhe von 16,7 (VQ 6,2) Mrd und verwaltete per Ende September Vermögen von 1'225 (VQ 1'175) Mrd CHF
Im Private Banking flossen Neugelder von 13,1 Mrd CHF zu. Davon entfielen 11,2 Mrd CHF auf den Bereich Wealth Management Clients. Dieser verzeichnete indes einen Rückgang der Bruttomarge um 10 auf 125 Basispunkte (BP). Einen Zustrom von Kundengelder im Umfang von 3,9 Mrd CHF verbuchte das Asset Management, das im vergangenen Jahr noch in allen Quartalen Abflüsse zu verschmerzen hatte.
VORSICHTIGER AUSBLICK; NORMALISIERTE DIVIDENDE IN AUSSICHT GESTELLT
Bezüglich der Aussichten zeigte sich die Bank wie immer vorsichtig. Sollten die Marktbedingungen weiter günstig bleiben, rechne die Bank dank ihres Geschäftsmodells mit einer positiven Entwicklung in allen Geschäftsbereichen, sagte Dougan.
Interpretationsspielraum bot das CS-Management auch mit ihren Aussagen bezüglich der Dividende. Die Bank stelle derzeit Mittel für eine "normalisierte" Dividende für 2009 zurück, erklärte Dougan. Die Investoren könnten sich dabei auf eine "vernünftige" Ausschüttung einstellen, ergänzte Fassbind.
AKTIEN REAGIEREN NEGATIV
Eine Mehrzahl der Marktbeobachter bewertet das Quartalsergebnis der Grossbank insgesamt als gut. Positiv herausgestrichen wird neben dem starken Ergebnis im Investmentbanking insbesondere der Neugeldzufluss sowie die gesunkenen Personalkosten. Bemängelt wurde von einigen Analysten etwa die Qualität des Gewinnausweises. So habe die Bank von diversen Einmaleffekten profitiert. Genannt werden in diesem Zusammenhang die "geringen" Verluste aus der Neubewertung eigener Verpflichtungen, Gewinne aus Wertberichtigungen von Vermögenswerten sowie der Verkaufserlös aus der Aberdeen-Transaktion.
Die CS-Aktien verlieren bis gegen 14.00 Uhr 2,3% auf 58,65 CHF, nachdem die Titel den Handel mit einem Minus von 2,9% aufgenommen hatten. Der SMI büsst derweilen 0,2% ein.
sig/pf

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