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BERLIN (awp international) - Daimler-Chef Dieter Zetsche will sich auf dem Weg zu einem Rekordjahr 2011 von der Katastrophe in Japan nicht bremsen lassen. "Die Marschrichtung heisst profitables Wachstum", sagte Zetsche auf der Hauptversammlung des Autobauers am Mittwoch in Berlin. "2011 wollen wir da weitermachen, wo wir 2010 aufgehört haben. Wann immer möglich werden wir noch eine Schippe drauflegen." Aufsichtsratschef Manfred Bischoff warnte bei dem Aktionärstreffen aber vor "immensen Herausforderungen" für den Premiumhersteller. Die Aktien von Daimler legten indes moderat zu.
Sorgen machen dem obersten Kontrolleur und dem Daimler-Chef zum einen die Lage in Japan und die Konflikte in der arabischen Welt. Auf die Produktion von Daimler habe die Katastrophe in dem asiatischen Land zwar bisher keine nennenswerten Auswirkungen, sagte Zetsche. Spätere Beeinträchtigungen wegen möglicher Lücken in der Lieferkette liessen sich aber nicht völlig ausschliessen.
ZETSCHE GEHT VON WEITER WACHSENDEN GLOBALEN AUTOMÄRKTEN AUS
Insgesamt sehe er aber trotz der aktuellen Krisen keine Anzeichen, dass die Weltwirtschaft von ihrem Erholungskurs abkomme, sagte Zetsche. "Aus heutiger Sicht gehen wir deshalb unverändert davon aus, dass auch die globalen Automärkte 2011 signifikant weiter wachsen werden." Daimler hat in Japan rund 13.000 Mitarbeiter, die meisten davon arbeiten bei der Nutzfahrzeug-Tochter Mitsubishi Corp Fuso. Weltweit sind es im Konzern rund 260.000 Beschäftigte.
Vor Herausforderungen stellt den Premiumhersteller zudem der strukturelle Umbruch in der Branche. "Die geografische Wachstumsverlagerung Richtung Asien geht genauso weiter wie der technologische Paradigmenwechsel Richtung Elektromobilität", sagte Zetsche.
GUTER START INS JAHR 2011
Ins Jahr 2011 ist Daimler nach Angaben des Managers gut gestartet. In den ersten drei Monaten hat das Unternehmen erheblich mehr Pkw und Lastwagen verkauft als im Vorjahr. In der Pkw-Sparte verzeichnete Daimler ein Absatzplus von 12,4 Prozent auf 305.533 Autos. Die Stuttgarter wollen in diesem Jahr - wie auch die Konkurrenten BMW und Audi - eine neue Bestmarke setzen. Der Absatz bei Daimler Trucks wuchs um 27 Prozent auf 90.000 Lastwagen.
Zetsche bestätigte die Prognose für das laufende Jahr. Für 2011 erwartet der Manager ein operatives Ergebnis deutlich über dem Vorjahreswert von 7,3 Milliarden Euro. Auch bei Umsatz (2010: 97,8 Mrd Euro) und Absatz (2010: 1,9 Millionen Fahrzeuge) rechnet der Konzernlenker mit einem Plus. Die Aktien von Daimler reagierten darauf in einem freundlichen Gesamtmarkt mit einem moderaten Plus von 0,46 Prozent auf 50,700 Euro
HOHE HÜRDEN BEI TOGNUM
Daimler will künftig auch seine Kompetenzen jenseits des Kerngeschäfts mit Fahrzeugen stärker nutzen und damit mehr Geld verdienen. Ein Beispiel dafür ist die geplante Milliarden-Übernahme des Dieselmotorenspezialisten Tognum gemeinsam mit dem britischen Triebwerksbauer Rolls-Royce . Tognum stellt Grossdieselmotoren unter anderem für Frachtschiffe, Yachten, Schienenfahrzeuge sowie zur dezentralen Energieversorgung her.
Doch auch hier gibt es für Daimler in den nächsten Wochen noch hohe Hürden zu nehmen. Daimler und Rolls-Royce wollen sich die Übernahme 3,2 Milliarden Euro kosten lassen. Aktionäre und Analysten haben das Angebot von 24 Euro je Aktie bereits mehrfach aber als viel zu niedrig kritisiert. Auch das Tognum-Management, das die Übernahme grundsätzlich gutheisst, ist mit dem Preis nicht einverstanden.
Bislang läuft die Aktion schleppend: Nach einer Woche wurden nur 0,03 Prozent des Aktienkapitals angeboten. Hinzu kommt das bereits von Daimler gehaltene Aktienpaket von 28,4 Prozent. Tognum-Aktionäre können ihre Aktien bis einschliesslich 18. Mai einreichen./dct/sba/chs

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