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BERLIN/OSAKA (awp international) - Zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben haben deutsche Firmen in Japan die Probleme überwiegend im Griff und können die Produktion wieder aufnehmen. Die Chemiekonzerne Bayer und BASF sowie der Autozulieferer Bosch produzieren bereits nahezu an allen Standorten. Der weltgrösste Nutzfahrzeughersteller Daimler will nach mehreren Tagen Pause möglichst schnell dort wieder Teile und Lastwagen bauen. Beim Softwareunternehmen SAP wie auch bei Lanxess dürfen die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, für andere wurden Hotelzimmer in südlichen Landesteilen angemietet. Einige - wie die Mitarbeiter des Reifenherstellers Conti - wurden in die Heimat ausgeflogen.
"Direkt im Erdbebengebiet waren nur wenige deutsche Unternehmen mit eigenen Produktionsstätten tätig", betonte der Sprecher der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan, Pascal Gudorf, am Donnerstag in Osaka. "Problematischer sind die Stromunterbrechungen im Grossraum Tokio, die den Pendlerverkehr stark beeinträchtigen." Wenn die Gefahr einer radioaktiven Strahlenbelastung gebannt werden könne, könnte der Wiederaufbau in der zweiten Jahreshälfte einen Wachstumsschub auslösen, meint Gudorf. "Auch deutsche Technik wird hier gefragt sein", gibt er sich vorsichtig optimistisch.
Die Produktion bei Bosch in Japan wurde grösstenteils wieder hochgefahren. An den 36 Standorten mit rund 8000 Mitarbeitern habe es nur leichte Schäden gegeben. "Wir sind fähig zu fertigen", sagte der Sprecher. Bei Messungen, die Bosch selbst an den Standorten macht, sei bisher keine erhöhte Strahlenbelastung festgestellt worden. Probleme gebe es allerdings immer wieder mit der Stromversorgung.
Bei Daimler mit knapp 13.000 Mitarbeitern vor Ort soll nach Angaben einer Sprecherin zunächst mit der Produktion einzelner Teile begonnen werden. Wann wieder komplette Lastwagen gebaut werden können, stehe aber noch nicht fest. Ein Team im Hauptwerk der japanischen Daimler-Tochter Mitsubishi Corp Fuso in Kawasaki nahe Tokio bereite das Hochfahren der Produktion vor. Die meisten der entsandten Daimler-Mitarbeiter hatten das Land nach der Katastrophe verlassen.
Die Produktion an den vier Standorten des Bayer-Konzerns sei nicht beeinträchtigt und voll leistungsbereit, sagte ein Sprecher des Chemieunternehmens mit gut 3600 Mitarbeitern in Japan. Den rund 700 Mitarbeiten aus dem Grossraum Tokio bot Bayer an, in Hotels nach Osaka zu ziehen. Die meisten hätten dieses Angebot aber nicht angenommen. Auch BASF mit rund 1700 Mitarbeitern vor Ort hat einige mittlere und grössere Standorte wieder in Betrieb genommen. Einige Produktionsstätten seien noch sicherheitshalber heruntergefahren oder produzierten nur in geringem Umfang. Das Büro in Tokio ist sowohl bei BASF als auch bei Lanxess noch geschlossen. Lanxess mit rund 100 Mitarbeitern in Japan lässt viele von zu Hause aus arbeiten. Andere seien in die Gegend um Toyohashi umgezogen, 300 Kilometer südwestlich von Tokio, wo sich der einzige Produktionsstandort von Lanxess befindet.
Der Softwarehersteller SAP hat sein Bürogebäude in Tokio wieder geöffnet. "Es musste nach dem Beben erst geprüft werden, ob es noch sicher ist", sagte eine Unternehmenssprecherin in Walldorf. Normalerweise sind dort knapp 1000 Menschen für den Weltmarktführer für Unternehmenssoftware tätig, sie arbeiteten in den vergangenen Tagen von ihren Wohnungen oder Hotelzimmern aus. Diese hatte SAP im Süden des Landes in Osaka und Kobe reserviert. "Dieses Angebot haben mehrere hundert Beschäftigte in Anspruch genommen", sagte die Sprecherin.
Viele deutsche Unternehmen haben nach Aussage der Handelskammer in Japan auf die Krise reagiert, in dem sie ihren Mitarbeitern empfohlen haben, soweit wie möglich zu Hause zu arbeiten. Die Familien der ausländischen Führungskräfte sind vielfach frühzeitig ausgereist, betonte Gudorf. Bei Bosch sind 180 der Mitarbeiter in Japan aus anderen Ländern entsandt, davon 130 aus Deutschland. Rund 40 der entsandten Mitarbeiter sind noch vor Ort, die übrigen wurden ausgeflogen. "Das waren mit den Familien rund 300 Menschen", sagte der Sprecher. Auch der Hannoveraner Reifenhersteller Conti flog seine entsandten Mitarbeiter aus./ls/jes/DP/ck

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