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FRANKFURT (awp international) - Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft zu einem dauerhaften Höhenflug abheben. Die Konjunktur habe sich nicht nur schnell erholt und sei in einen breit angelegten Aufschwung gemündet, sondern sie zeige zunehmend auch alle Anzeichen einer langgezogenen Expansionsphase, schreibt die Notenbank in ihrem am Freitag in Frankfurt vorgelegten Monatsbericht für Juni.
In dem Papier heisst es zur Prognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP): "Nach einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 3,6 Prozent im Jahr 2010 könnte das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr 3,1 Prozent erreichen." Im Folgejahr 2012 sollen sich laut Vorhersage die Nachholeffekte im Zuge der vergangenen Wirtschaftskrise abschwächen und die BIP-Wachstumsrate auf geschätzte 1,8 Prozent Plus drosseln.
Im Detail spricht die Bundesbank folgende Entwicklungen an, die sie so zuversichtlich stimmen: Auslastung der Produktionskapazitäten, Aufstockung der Belegschaften, Investitionen in Anlagen und Gebäude, Impulse im Wohnungsbau, stetig wachsender privater Konsum, sinkende Arbeitslosigkeit und mehr Interesse von ausländischen Arbeitskräften.
Und diese guten Aussichten sind für die Bundesbank sogar nur ein "Basisszenario". Sie schreibt: "Das Wachstum der deutschen Wirtschaft könnte sogar noch stärker ausfallen." Umfragen deuteten darauf hin. Andererseits warnt die Bank auch vor "Störungen im globalen und im europäischen Umfeld" wie etwa politische Unruhen, Naturkatastrophen oder die Euro-Krise. Vor allem der Finanzmarkt berge Abwärtsrisiken.
Mit ihrer Prognose ist die Bundesbank in bester Gesellschaft: Anfang April sagte das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) als Ergebnis einer Forschungsgemeinschaft ein BIP-Plus von 2,8 Prozent für das laufende und von 2,0 Prozent für das folgende Jahr voraus. Das Institut für Weltwirtschaft an der Uni Kiel prognostizierte am Donnerstag 3,6 Prozent BIP-Zunahme für 2011.
Die Arbeitslosenzahlen für 2012 sieht das Bundesbank-Papier deutlich unter der Drei-Millionen-Marke. Die Erwerbslosenquote könnte auf 6,5 Prozent sinken. Derzeit sind in Deutschland 2,96 Millionen Menschen ohne Job, die Arbeitslosenquote liegt bei 7,0 Prozent.
Der halbjährige Monatsbericht korrigierte die frühere Einschätzung aus Dezember 2010 deutlich nach oben. Damals hatten die Notenbanker für 2011 ein BIP-Plus von nur 2,0 Prozent vorausgesagt.
Für die Preise sieht der Bericht jedoch auch eine eher kritische Entwicklung voraus: Vor allem wegen der steigenden Energiekosten und der brummenden Konjunktur insgesamt werde die Inflation weiter wachsen. "Im Mittel könnten die Verbraucherpreise im Jahr 2011 um 2,5 Prozent und im Jahr 2012 um 1,8 Prozent steigen."/loh/DP/bgf

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