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FRANKFURT (awp international) - Die deutsche Chemieindustrie rechnet nach einem Endspurt 2010 weiterhin mit einer spürbaren Abschwächung des Wachstums im laufenden Jahr. "Der Aufwärtstrend wird sich 2011 zwar fortsetzen, er verliert aber deutlich an Tempo", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann, am Dienstagabend in Frankfurt. Die Stimmung in den Unternehmen sei gut. Das Vorkrisenniveau bei Produktion, Umsatz und Kapazitätsauslastung sei inzwischen fast wieder erreicht. "Die Unternehmen schalten jetzt wieder auf Normalbetrieb um." Doch weiterhin bestünden erhebliche Risiken. Die Prognosen für 2011 bekräftigte er.
Deutschlands viertgrösster Industriezweig geht für 2011 weiterhin von einem Produktionsanstieg um 2,5 Prozent aus. Nach dem stärksten Produktionseinbruch seit Jahrzehnten im Krisenjahr 2009 war der Ausstoss 2010 um 11,5 Prozent gewachsen und damit etwas stärker als zum Jahresende 2010 geschätzt. Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 17,6 Prozent zu. Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband hier mit einem Plus von 4,0 Prozent. Dabei dürften die Erzeugerpreise mit 1,5 Prozent nur etwa halb so stark steigen wie im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten ging 2010 leicht um 0,7 Prozent zurück. Im laufenden Jahr rechnet Tillmann auch wegen zu erwartender Investitionen mit einem leichten Aufwärtstrend bei der Beschäftigung.
"Unsere Branche hat ein aussergewöhnliches Jahr mit einem Endspurt abgeschlossen", sagte Tillmann. Im laufenden Jahr werde die chemische Industrie aber langsamer wachsen. Denn der Aufschwung im Inland verschiebe sich zunehmend in Kundenbranchen mit weniger Chemikalienbedarf, wie etwa den Maschinenbau oder elektrische Ausrüstungen. 2010 hatte die Branche vom Boom in Asien profitiert. Auch auf den wichtigsten Auslandsmärkten schwäche sich das Wachstum ab. Die Dynamik in den Schwellenländern habe bereits nachgelassen. Zusätzlich drohten durch Spekulationen und die instabile Lage in den arabischen Ländern kräftige Preissteigerungen bei den Rohstoffen. Der Ölpreisschub sei aber "keine Gefahr" für die Chemiekonjunktur. Kurzfristig könnten sich die höheren Kosten bei den Unternehmen aber in niedrigeren Margen niederschlagen.
Trotz aller guten Zahlen gebe es keinen Anlass, allzu euphorisch auf das Jahr 2011 zu blicken, hiess es. Es bestünden weiterhin erhebliche Risiken. So sei die Verschuldungskrise in Südeuropa und den USA noch nicht vom Tisch und im Finanzsystem bestünden weiterhin systemische Risiken. Zudem schienen viele Länder gewillt, ihre wirtschaftliche Position durch protektionistische Massnahmen zu verbessern. Auch ein Währungskrieg könne nach wie vor nicht ausgeschlossen werden. Geopolitisch sei die Lage derzeit ebenfalls nicht stabil. Viel werde davon abhängen, wie der weitere Demokratisierungsprozess in Nordafrika und am Golf ablaufe. "Die Region bleibt ein Pulverfass", hiess es./jha/bgf/tw

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