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FRANKFURT (awp international) - Die Finanzaufsicht BaFin könnte schon an diesem Abend einen ersten Blick auf die Unterlagen der Deutschen Börse für eine Fusion mit der NYSE Euronext werfen. "Um 22 Uhr dürften die Unterlagen aller Voraussicht nach im Bonner Institut angekommen sein", erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag aus Kreisen.
Damit hat nun die BaFin das Zepter in der Hand. Sie muss nun zunächst einmal prüfen und gegebenenfalls ergänzende Unterlagen nachfordern. Sofern es keine grösseren Vorbehalte gibt, sollte der Vorgang nach spätestens 25 Arbeitstagen abgeschlossen sein.
"Es wird damit gerechnet, dass den Aktionären der Deutschen Börse das Angebot dann Anfang Mai offiziell vorliegen wird", hiess es aus den Kreisen. Sie haben anschliessend voraussichtlich acht Wochen Zeit, sich zu entscheiden. Insgesamt müssen 75 Prozent der Deutsche-Börse-Anteilseigner zustimmen, damit ein Zusammenschluss stattfinden kann. Auf Seiten der NYSE muss dagegen lediglich die Hürde von 50 Prozent genommen werden. Im Juli werden deren Anteilseigner auf einer ausserordentlichen Hauptversammlung abstimmen.
Die Fusion, so betonen beide Börsen, sei ein Zusammenschluss auf Augenhöhe. Zwar werden die Aktionäre der nach Börsenwert gewichtigeren Deutschen Börse am Ende 60 Prozent am neuen Unternehmen halten und die der NYSE Euronext nur 40 Prozent, doch den Chefposten erhält NYSE-Chef Duncan Niederauer. Nachdem Mitte Februar die beiden Unternehmen gemeinsam bereits ausgearbeitete Details der Fusion vorgestellt hatten, regten sich vor allem auf amerikanischer Seite Widerstände. Insbesondere die Sorge um den Finanzstandort Wall Street, das Herz des US-amerikanischen Kapitalismus, umtreibt die Gemüter.
Einen Coup gegen das Vorhaben landete schliesslich am 1. April die US-Börse Nasdaq OMX . Gemeinsam legte sie mit der Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) eine unverbindliche Gegenofferte für die NYSE vor, die eigenen Angaben zufolge um rund 20 Prozent über dem Gebot der Deutschen Börse liegt, aber eine Zerschlagung der Traditionsbörse bedeuten würde.
Vor wenigen Tagen wurde diese Offerte jedoch seitens der NYSE als "strategisch unattraktiv" zurückgewiesen. "Wir sind überzeugt davon, dass unsere Aktionäre durch den Zusammenschluss mit der Deutschen Börse am meisten gewinnen", sagte NYSE-Verwaltungsrats-Chef Jan-Michiel Hessels, was wiederum die Vorstände von Nasdaq und ICE in Rage brachte. "Indem der NYSE-Verwaltungsrat ein Treffen mit uns ablehnt, missachtet er seine Verpflichtungen gegenüber seinen Aktionären", schimpfte etwa ICE-Chef Jeffrey Sprecher. Das Angebot, so hiess es, werde weiter aufrecht erhalten. Zudem habe es eine "ausserordentlich gute Resonanz" seitens der NYSE-Aktinonäre gegeben, sagte Sprecher./ck/chs

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