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DE/Merkel: Wir brauchen auch mehr inländische Fachkräfte

BERLIN (awp international) - Der Fachkräfte-Bedarf der deutschen Wirtschaft kann nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht allein mit Zuwanderung gesichert werden. Bei den Möglichkeiten im inländischen Arbeitsmarkt "sind wir längst noch nicht am Ende", sagte Merkel am Montag in Berlin. Es sei aber klar, "dass nicht jeder Langzeitarbeitslose zum Topingenieur" werden könne.
Für neue Zuwanderungsregelungen zur Sicherung des Fachkräfte- Bedarfs ist es nach Ansicht von FDP-Generalsekretär Christian Lindner höchste Zeit. Beim Spitzentreffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften an diesem Mittwoch auf Schloss Meseberg müssten die Weichen dafür gestellt werden, forderte Lindner am Montag in Berlin. Die Union tritt bei der Zuwanderungsreform auf die Bremse.
Unmittelbar vor dem Treffen auf Schloss Meseberg will das Bundeskabinett am Mittwoch ein Fachkräfte-Gesamtkonzept beschliessen. Die Gespräche zwischen den Ministerien waren am Montag aber noch nicht abgeschlossen. Bekannt ist, dass vor allem das CSU-geführte Innenministerium Einwände gegen den Zuzug ausländischer Arbeitskräfte hat. In Meseberg will Merkel mit Arbeitgebern und Gewerkschaften über gemeinsame Lösungen sprechen.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) tritt - wie Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Bildungsministerin Anette Schavan (CDU) - für den Zuzug von Experten auch von ausserhalb der EU ein, eingebettet in einen Mix verschiedener Massnahmen. Dazu gehört auch, die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss zu halbieren.
Die Kanzlerin betonte, bei Ausgaben von 40 Milliarden Euro für Langzeitarbeitslose müsse die Politik - neben internationalen Fachkräften - sich auch um die Integration dieser Menschen in den Arbeitsmarkt kümmern. Zu verbessern sei auch die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer und hier lebender Migranten sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es gehe nicht an, dass man "unsere Top-Absolventen von Hochschulen mit Praktika und befristeten Arbeitsverträgen ewig durch die Unternehmen schleift, bis sie dann irgendwann ins Ausland gehen", sagte Merkel.
Lindner betonte, Deutschland dürfe sich nicht länger abschotten, sondern müsse die Zuwanderung gezielt steuern. Die Wirtschaft sei wegen zunehmender Überalterung der Gesellschaft dringend auf ausländische Experten angewiesen. "Wir brauche keine Zuwanderung in die Sozialsysteme, sondern eine Zuwanderung in qualifizierte Jobs, damit unsere Sozialsysteme in Zukunft finanzierbar bleiben."
FDP-Chef und Wirtschaftsminister Rösler will die aktuelle Einkommensgrenze von 66 000 Euro auf etwa 40 000 Euro senken, um mehr ausländische Experte ins Land zu holen. Auch wünschen sich Wirtschaft und FDP eine Art Punktesystem wie in Kanada, bei dem Bewerber nach Kriterien wie Bildung und Sprachkenntnissen ausgesucht werden.
Der Maschinenbauverband VDMA forderte die Bundesregierung auf, "endlich ein Zuwanderungskonzept vorzulegen, das auf die Bedürfnisse des deutschen Arbeitsmarktes zugeschnitten ist". Der Branche fehlten derzeit etwa 8000 Ingenieure und Techniker - bei insgesamt 16 000 offenen Stellen. /vs/sam/tb/DP/jsl

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