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BERLIN (awp international) - Der neue Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gert G. Wagner, will nach längeren internen Querelen andere Akzente setzen. Die Konjunkturforschung solle aufgewertet und die Arbeit auf Schwerpunkte konzentriert werden, sagte der 58-Jährige nach seiner einstimmigen Wahl durch das Kuratorium am Freitag in Berlin. Der Volkswirt am DIW soll das grösste deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut bis Ende 2012 übergangsweise leiten. Er folgt auf den langjährigen Präsidenten Klaus Zimmermann, der nach Kritik an seiner Amtsführung vorzeitig zurückgetreten war. Das neue Leitungsteam will auch ein Konsolidierungsprogramm auflegen, um ein aufgelaufenes Defizit von etwa 950.000 Euro abzubauen.
Von dem Neustart solle ein Motivationsschub ausgehen, sagte der Vorsitzende des Kuratoriums, Bert Rürup. Wagner soll das DIW in die Beurteilung durch die Leibniz-Wissenschaftsgemeinschaft im nächsten Jahr steuern und die Berufung eines neuen Präsidenten organisieren. Von der Beurteilung hängt die öffentliche Förderung ab. Das DIW bekam 2009 rund 7,49 Millionen Euro vom Bund und 6,09 Millionen vom Land Berlin. Neben Wagner wurde der 37-jährige DIW-Forschungsdirektor Georg Weizsäcker zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden berufen. Vereinbart wurde, dass sich beide nicht um das auszuschreibende Amt des künftigen DIW-Präsidenten bewerben werden.
Wagner, derzeit Leiter der Langzeitstudie Sozioökonomisches Panel (SOEP), betonte, dass ihm Kollegialität sehr wichtig sei. Es gehe ihm nicht darum, eine einheitliche Deutungslinie des Instituts zu formen. Einzelne Mitarbeiter könnten durchaus unterschiedliche Bewertungen desselben Befunds vorlegen. Der neue Vorstandschef kündigte an, dass Abteilungen, die bisher isoliert gearbeitet hätten, stärker vernetzt werden sollten. Das DIW wolle den Stellenwert der Konjunkturprognose deutlich erhöhen. Weitere Schwerpunkte sollten Infrastruktur und Wettbewerb, Nachhaltigkeit, Verteilungsfragen und Staat sein.
Der Dienstvertrag Zimmermanns, der eigentlich bis Ende 2014 lief, wird vorzeitig am 30. Juni 2011 beendet. Aus dem Vorstand schied er am Freitag aus, wie Rürup sagte. Eine Abfindung erhalte er nicht. Zimmermann war nach Kritik an seinem Führungsstil und finanziellen Unregelmässigkeiten zurückgetreten. Er war elf Jahre Präsident.
Um das Defizit von 950.000 Euro abzubauen, soll ein Sparprogramm erarbeitet werden, das voraussichtlich bis 2013 angelegt wird. Grund seien unter anderem geringere Drittmittel, die auch angesichts der öffentlichen Auseinandersetzungen ausgeblieben seien. Auf den Prüfstand gestellt werden soll ein Ableger des DIW in Washington, den der Berliner Landesrechnungshof kritisiert hatte. Über das Sparprogramm soll das Kuratorium am 12. Mai beraten./sam/DP/bgf

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