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BONN (awp international) - Der Solarboom in Deutschland hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2010 etwas abgeschwächt. Dennoch wurden im gesamten Jahr mit 7,4 Gigawatt fast doppelt so viel Photovoltaik-Leistung installiert wie im bisherigen Rekordjahr 2009, wie die Bundesnetzagentur am Montag in Bonn mitteilte. In der zweiten Jahreshälfte gingen in Deutschland rund 3,4 Gigawatt Solarleistung neu ans Netz, in der ersten sechs Monaten waren es noch rund 4 Gigawatt. Allerdings wurde die ursprüngliche Jahresprognose von 9,5 Gigawatt verfehlt, damit stiegen auch die Kosten für die Förderung nicht so stark wie befürchtet.
In den vergangenen Jahren war das Schlussquartal stets das stärkste für die Solarbranche. Das war 2010 anders, weil die Bundesregierung neben der regulären Förderkürzung zum Jahreswechsel einen ausserordentlichen Einschnitt zum 1. Juli durchsetzte. Das führte zu einer Sonderkonjunktur in den Wochen davor, weil sich viele Solaranlagenbetreiber noch die alten Fördersätze sichern wollten. So wurden allein im Juni 2,1 Gigawatt installiert. Danach allerdings beruhigte sich die Entwicklung.
Dass erstmals überhaupt die Zubauprognosen verfehlt wurden, könnte dazu führen, dass die von allen Stromverbrauchern zu zahlende Ökostrom-Umlage für dieses Jahr zu hoch berechnet wurde, erklärte Netzagentur-Chef Matthias Kurth. Die Umlage war 2011 von 2 auf gut 3,5 Cent je Kilowattstunde gestiegen. Der Solarentwicklung sei schwer zu prognostizieren, erklärte Kurth. "In der Vergangenheit wurde der Zubau regelmässig unterschätzt."
Sollte sich die Umlage als zu hoch erweisen, werde dies auf dem Konto der Netzbetreiber verzinst und in die Ermittlung der Umlage für 2012 eingerechnet, sagte der Behördenleiter. Nach früheren Berechnungen des Verbraucherportals Verivox ist die Umlage um bis zu 880 Millionen Euro zu hoch angesetzt. Laut Behörde lässt sich dies aber noch nicht genau ermitteln, da Höhe der Kosten etwa auch vom Wetter und den Börsenpreisen für Strom abhängt.
In Branche und Politik gibt es weitgehend Einigkeit darüber, den Zubau an Solaranlagen zu begrenzen, um die Kosten für Förderung nicht ausufern zu lassen. Bislang ist Deutschland weltweit das Solarland Nummer eins. Die Förderung wird von allen Stromverbrauchern über eine Umlage finanziert, die auf den Strompreis aufgeschlagen wird. Verbraucherschützer hatten angesichts der steigenden Belastungen wegen des ungebremsten Booms eine drastische Förderkürzung gefordert. Die Branche selbst strebt einen Zubau zwischen 3 und 5 Gigawatt an, um die Umlage für den Solarstrom auf 2 Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen.
Nach einer in der vergangenen Woche auch vom Bundesrat gebilligten Neuregelung der Solarförderung, können die Gelder für Sonnenstrom im Juli um bis zu 15 Prozent und im Januar 2012 um maximal 24 Prozent gekürzt. Derzeit liegt die Vergütung bei knapp 30 Cent pro Kilowattstunde Solarstrom. Wie stark die Fördersenkung bei der Photovoltaik ausfällt, richtet sich danach, wie viele Anlagen von März bis Mai ans Netz gehen. Die Summe der Anlagen wird mit vier multipliziert und auf das Jahr hochgerechnet.
Dass der Zubau sich im zweiten Halbjahr 2010 abschwächte, lag auch daran, dass dank üppiger Förderung mit Italien überraschend in einem weiteren Land ein Boom entstand. Die genauen Zubauzahlen dort sind unklar, nach Berechnungen des Fachmagazins "Photon" waren es gut 6 Gigawatt. Wie lange der Boom in Italien anhält, ist allerdings offen. Derzeit laufen Verhandlungen über künftige Förderung. Die Regierung will angesichts explodierender Kosten die Subvention drastisch begrenzen./enl/she/tw

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