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DE/Wirtschaft klagt: Jobboom verstärkt Fachkräftemangel

NÜRNBERG/BERLIN (awp international) - Die anhaltend gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verstärkt nach den Worten von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt den Fachkräftemangel. "So sehr wir die ersten Entscheidungen der Bundesregierung zur Fachkräftesicherung begrüssen: Es sind nur erste Schritte, die mit Blick auf die enormen demografischen Veränderungen in unserem Land völlig unzureichend sind", sagte Hundt am Donnerstag in Berlin. Er kritisierte das Fehlen eines Gesamtkonzepts: "Dazu gehört sowohl die bestmögliche Entwicklung des heimischen Potenzials als auch eine Erleichterung des Zuzugs von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland."
Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will mehr ausländische Fachkräfte nach Deutschland holen. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen seien erfreulich. Doch viele Unternehmen wollten zusätzliche Stellen schaffen, suchten aber verzweifelt nach Arbeitskräften. "Es ist richtig und wichtig, etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern sowie die Beschäftigung von über 55-Jährigen zu erhöhen. Es reicht aber nicht aus, nur auf das Inland zu schauen", sagte der FDP-Chef am Donnerstag in Berlin. Deshalb sollte die Einkommensgrenze für Ausländer von heute 66 000 Euro abgesenkt werden. Im Gespräch sind etwa 40 000 Euro.
Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) herrscht in Deutschland derzeit kein genereller Mangel an Spezialisten, in einigen wichtigen Branchen gebe es aber Engpässe. "Wir kommen zu der Beurteilung, dass es noch keinen flächendeckenden, branchenübergreifenden Fachkräftemangel gibt. Aber es zeigen sich Mangelsituationen in bestimmten Berufsgruppen und bestimmten Regionen", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg.
Dazu gehörten Ingenieure und andere Spezialisten in der Elektrobranche. Die Ingenieure werden wohl auch wegen der wichtiger werdenden Elektromobilität in den "Auto-Ländern" im Süden sowie in Niedersachsen gesucht, auch Hamburg beklagt einen Mangel. Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure werden laut Weise vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Hamburg und Niedersachsen "gesucht und nicht gefunden".
Auch bei den Gesundheitsberufen, etwa bei Alten- und Krankenpflegern, liegt die Nachfrage fast überall über dem Angebot. "Ausgeprägt ist auch der Mangel - und der ist tatsächlich flächendeckend - bei Ärzten", erläuterte Weise.
Arbeitgeberpräsident Hundt warnte mit Blick auf die demografische Entwicklung vor Wachstums- und Wohlstandsverlusten für Deutschland. Es sei bereits absehbar, dass bis 2025 in Deutschland 6,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter fehlten./eri/vs/tb/DP/bgf

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