Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

NÜRNBERG/BERLIN (awp international) - Bei Neueinstellungen setzen die Unternehmen vermehrt auf Zeitarbeit. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) suchten die Betriebe im Juni für mehr als jede dritte neue Stelle einen Leiharbeiter. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor, die der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch in Berlin vorlag.
Danach haben sich die neuen Jobangebote von Leiharbeitsfirmen seit Jahresanfang mehr als verdoppelt, während die Zahl der übrigen Stellen lediglich um ein gutes Drittel (39 Prozent) zulegte. Entsprechend kletterte der Anteil der Leiharbeitsposten an allen neuen Stellen von 26 Prozent im Januar auf 35 Prozent im Juni.
Aber auch in anderen Branchen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen. Die Zahl der offenen Stellen habe im Juli schon wieder das Vorkrisen-Niveau erreicht, berichtete die Bundesagentur am Mittwoch. Einen bedeutenden Anteil haben daran die Zeitarbeit, räumte die BA ein.
Auf grosse Vorbehalte stösst der wachsende Anteil der Zeitarbeit bei den Gewerkschaften. "Diese Zahlen bestätigen unsere Befürchtungen", sagte der stellvertretende IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel der "Berliner Zeitung" (Mittwoch). "Leiharbeit vermehrt sich geradezu rasant und verdrängt mehr und mehr Stammbeschäftigung." Wetzel kündigte verstärkten Widerstand an.
Nach Einschätzung des bayerischen IG-Metall-Chefs Jürgen Wechsler geht es den Firmen nicht um Flexibilität, sondern vor allem um die Kostenentlastung. Er will sich daher für eine Umwandlung von Zeitarbeitsplätzen in feste Jobs starkmachen. Aus Leiharbeitsplätze müssten spätestens nach 18 Monaten feste Stellen werden. Kritik an dem grossen Anteil der Zeitarbeit übte auch die Linkspartei im Bundestag.
Das Bundesarbeitsministerium sieht mit der Zeitarbeit dagegen keinen Trend zur Verdrängung von Stammbelegschaften. Der Flexibilitätscharakter der Zeitarbeit führe in Wachstumszeiten "bereits früh dazu, dass Beschäftigungspotenziale aufgebaut werden und damit Chance für Arbeitslose für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt entstehen", sagte ein Sprecher der dpa. Die Erfahrung zeige aber auch, dass mit zunehmender Stabilisierung der Konjunktur der Anteil der Zeitarbeitsverhältnisse am Beschäftigungswachstum wieder sinke - zugunsten der Stammbelegschaften.
Den Höchststand bei der Zeitarbeit gab es vor der Wirtschaftskrise im Juli 2008 mit 823.000 Männern und Frauen. Das waren 2,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Am Jahresende 2009 gab es 200.000 Leiharbeiter weniger.
Bankenvolkswirte und Konjunkturforscher rechnen derweil auch noch in den kommenden Monaten mit einem kräftigen Job-Aufschwung. Auch im Juli hat sich nach ihren Modellrechnungen das "deutsche Jobwunder" fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen sei lediglich um rund 35.000 auf 3,18 Millionen gestiegen. Dies wären rund 280.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr. Die offiziellen Juli-Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg an diesem Donnerstag vorlegen.
Die Bertelsmann-Stiftung sieht vor allem für qualifizierte Arbeitnehmer gute Berufsaussichten in der Zukunft. In den kommenden 15 Jahren werde die Nachfrage nach Arbeitskräften stärker wachsen als das Angebot, die Arbeitslosigkeit strukturell zurückgehen, geht aus einer Studie der Stiftung hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Nach Bertelsmann-Berechnungen wird die Zahl der Vollerwerbsarbeitsplätze bis 2020 um 1,7 Millionen (im Vergleich zu 2003) zunehmen./kts/vs/DP/he

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










???source_awp???