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(Neu: Analystenstimmen, Aktionärsschützer, aktualisierter Aktienkurs)
DÜSSELDORF (awp international) - Der Düsseldorfer Kranbauer Demag Cranes lässt sich nach langer Gegenwehr nun doch auf ein Übernahmeangebot des US-Konkurrenten Terex ein. Dazu sei eine Vereinbarung über die Zusammenführung der Unternehmen unterzeichnet worden, teilte Demag Cranes am Donnerstag in Düsseldorf mit. Neben einem deutlich höheren Angebot von 45,50 Euro je Aktie soll Demag Cranes laut der Vereinbarung die operative und strategische Kontrolle über sein Geschäft behalten und bekommt zusätzlich umfangreiche Standort- und Beschäftigungsgarantien. Bislang hatte sich der weltgrösste Hersteller von Hafenmobilkränen stets gegen die Avancen ausgesprochen und das bisherige Terex-Angebot von 41,75 Euro je Aktie als "nicht angemessen" abgelehnt.
Das neue Angebot entspricht einer Prämie von fast 30 Prozent auf den gewichteten Drei-Monats- Durchschnittskurs. Im Vergleich zum vergangenen Oktober, als erstmals Spekulationen über eine Übernahme von Demag Cranes auftauchten, liegt der Aufschlag sogar bei mehr 50 Prozent. Am Donnerstagnachmittag lag das Papier mit 45,305 Euro um gut zwei Prozent im Plus und notierte damit leicht unter der Terex-Offerte. Börsianer werteten die Erhöhung positiv. Mit dem Einlenken des Demag-Vorstands werde ein Gegenangebot von Konecranes immer unwahrscheinlicher, sagte eine Experte. Analyst Markus Turnwald von der DZ Bank empfiehlt die Annahme des Angebots und auch sein Kollege Ulrich Scholz von der Unicredit hält es für sehr wahrscheinlich, dass die Mehrheit der Aktionäre zuschlägt.
"Wir sind sehr froh, dass es nicht zu einem Fiasko gekommen ist wie bei Hochtief und begrüssen es sehr, dass sich die beiden Unternehmen zusammengesetzt haben", sagte Marc Tüngler, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Preis, den Terex nun zahlen wolle, sei auf der einen Seite eine sachgerechte und angemessene Prämie. Auf der anderen Seite schwinge aber bei jedem Anleger mit, dass "Terex wohl noch mehr Potenzial in Demag Cranes sieht, sonst hätten sie den Preis ja nicht gezahlt". Es spreche für Aktionäre aber einiges dafür, dass Angebot jetzt anzunehmen. "Das ist eine Prämie, die wir so in den letzten zehn Jahren nicht gesehen haben, das ist schon sehr ordentlich."
"Demag Cranes begrüsst die angekündigte Verbesserung der Angebotsbedingungen durch Terex", hiess es vom Vorstand. Terex-Vorstandschef Ronald DeFeo betonte erneut, dass sich die Geschäftsbereiche beider Unternehmen ergänzten. Die vollständige Bewertung der verbesserten Angebotsbedingungen wollen Vorstand und Aufsichtsrat von Demag voraussichtlich bis zum 22. Juni vornehmen. Der Demag-Vorstand ist aber zuversichtlich, den Aktionären die Annahme des verbesserten Angebots empfehlen zu können, das noch bis zum 30. Juni läuft. Bis zu diesem Zeitpunkt will Terex mindestens 51 Prozent der Demag-Cranes-Aktien halten.
Die Vereinbarung sichert den Düsseldorfern unter anderem die weitgehende operative und strategische Eigenständigkeit zu. Die Verantwortung für das Geschäft bleibt beim Demag-Cranes-Vorstand und Vorstandschef Aloyius Rauen wird in der Terex-Spitze vertreten sein. Zudem will Terex für drei Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Hauptsitz des Unternehmens bleibt Düsseldorf. Für die Produktionsstandorte in Wetter, Düsseldorf, Uslar und Luisenthal gibt es zudem eine Standortgarantie von fünf Jahren. Die Marken "Demag" und "Gottwald" sollen erhalten bleiben und die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bei Demag Cranes bleiben.
Terex kam im vergangenen Geschäftsjahr auf einen Umsatz von 4,4 Milliarden US-Dollar. Von den 16.300 Mitarbeitern ist mehr als ein Fünftel in Deutschland beschäftigt. Deutschland ist für Terex der zweitgrösste Markt und zweitgrösste Produktionsstandort. Bereits in der Vergangenheit ist das Unternehmen hierzulande mit Übernahmen gewachsen. 2002 etwa durch den Kauf der ehemaligen Demag-Schwester Demag Mobile Cranes. Demag Cranes erzielte im Geschäftsjahr 2009/2010 (Ende September) Erlöse von 931 Millionen Euro und hat 5.711 Mitarbeiter. Im laufenden Jahr soll der Umsatz rund 1,06 Milliarden Euro erreichen. Im übernächsten Jahr will der Konzern mit rund 1,3 Milliarden Euro gar das bisherige Rekordergebnis aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 übertreffen./stb/jha/wiz

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