Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

DÜSSELDORF (awp international) - Der Düsseldorfer Kranbauer Demag Cranes lehnt die Übernahmeofferte des US-Baumaschinenhersteller Terex ab. Vorstand und Aufsichtsrat halten den gebotenen Preis von 41,75 Euro je Aktie für nicht angemessen, wie die im MDax notierte Gesellschaft am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Der US-Konzern hatte Anfang Mai seine Offerte vorgelegt, mit der er bis Ende Juni mindestens 51 Prozent der Anteile an dem deutschen Unternehmen kaufen will. Demag hatte sich seitdem nicht ausführlich zum Angebot geäussert und wollte zunächst die Angebotsunterlagen prüfen.
Vorstand und Aufsichtsrat betonten "ausdrücklich", dass die Amerikaner ihre Offerte unaufgefordert veröffentlicht hätten. Diese sei nicht im Interesse des Unternehmens, schrieb Demag. Deshalb sollten die Aktionäre nicht darauf eingehen. Diese Einschätzung teilten auch externe Berater von Deutscher Bank , Rothschild und Lazard.
DEMAG SCHLÄGT AMERIKANERN TÜR NICHT ZU
Die Tür für die Amerikaner ist aber noch nicht ganz zugeschlagen. Demag zeigte sich offen für Verhandlungen. "Sollte Terex nach der Veröffentlichung dieser Stellungsnahme Gespräche anbieten, würde der Vorstand dies unvoreingenommen prüfen und unter Abwägung der Attraktivität des Gesprächsangebots entscheiden", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Seit der Angebotsankündigung vor gut einem Monat habe es aber keinen Kontakt mehr gegeben. Eine genaue Beurteilung der Offerte auch mit Blick auf Standorte und Arbeitsplätze sei nicht möglich gewesen, hiess es in der Stellungnahme.
Der letzte Kontakt auf Chefebene habe es Ende März gegeben. Damals war Demag zur gleichen Einschätzung gekommen wie bereits im Sommer 2010, als das Unternehmen die Amerikaner mit einer ersten Interessenbekundung abblitzen liessen. Terex reagierte zurückhaltend auf die Stellungnahme. Ob das Unternehmen das Angebot aufstocke, liess ein Sprecher offen. Er erklärte, das bisherige Angebot sei "fair".
ABLEHNUNG IST KEINE ÜBERRASCHUNG
Die Ablehnung kommt nicht überraschend. Terex hat sich bislang gerade einmal rund ein Prozent am deutschen Rivalen gesichert. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Montag berichtet, dass rund 30 Prozent der Demag-Aktien inzwischen bei Hedgefonds wie Centaurus oder Halso Lux liegen. Die meisten Hedgefonds seien zu Preisen um 36 Euro eingestiegen. Die Aktie war nach Veröffentlichung des Angebots kräftig gestiegen und liegt derzeit bei rund 45,80 Euro. Auf die Ablehnung der Offerte reagierte das Papier am Dienstag kaum.
Demag betonte die eigene Stärke und nutzte die Stellungsnahme für eine Konkretisierung der eigenen Prognose. Nun will das Unternehmen im Geschäftsjahr bis Ende September einen Umsatz von rund 1,06 Milliarden Euro erzielen. Zuvor hatte der Vorstand eine Spanne von 1,02 bis 1,05 Milliarden Euro genannt. Die operative Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll bei rund 6,4 Prozent liegen, zuvor hatte der Vorstand 6,1 bis 6,5 Prozent in Aussicht gestellt.
UMWORBENES UNTERNEHMEN
"Die Demag Cranes Gruppe verfolgt eine klare und erfolgreiche Strategie, die auf ein nachhaltiges und profitables Wachstum gerichtet ist", hiess es in der Mitteilung. Im vergangenen Geschäftsjahr setzten die Düsseldorfer mit ihren rund 5.700 Beschäftigten 931 Millionen Euro um, davon blieben 5,8 Prozent als operativer Gewinn übrig. Für das nächste Geschäftsjahr haben sie sich 1,3 Milliarden Euro Umsatz vorgenommen und wollen damit das Rekordniveau aus der Zeit vor der Krise übertreffen. Die Marge soll dann zweistellig sein.
Demag gilt seit längerem auch wegen des Fehlens eines Ankeraktionärs als heiss begehrtes Übernahmeziel. In der Vergangenheit hatte auch der finnische Konkurrent Konecranes sein Interesse an den Düsseldorfern signalisiert, war aber ebenfalls auf Widerstand der Demag-Führung gestossen.
TEREX IN DEUTSCHLAND NICHT UNBEKANNT
Terex hatte sein Gebot damit begründet, dass sich die Geschäftsbereiche beider Unternehmen gut ergänzten. Während Terex Hubarbeitsbühnen, Baumaschinen und Kräne herstellt, ist Demag Cranes der weltgrösste Hersteller von Hafenmobilkränen, die Container an Land bewegen.
Terex kam im vergangenen Geschäftsjahr auf einen Umsatz von 4,4 Milliarden US-Dollar. Von den 16.300 Mitarbeitern sind mehr als ein Fünftel in Deutschland beschäftigt. Deutschland ist für Terex der zweitgrösste Markt und zweitgrösster Produktionsstandort. Bereits in der Vergangenheit das Unternehmen hierzulande mit Übernahmen gewachsen. 2002 etwa durch die Übernahme der ehemaligen Demag-Schwester Demag Mobile Cranes./enl/she

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










???source_awp???