Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

BERLIN (awp international) - Die Deutsche Bahn hat nach der Konjunkturflaute wieder Fahrt aufgenommen und will ihre massiven Technikprobleme besser in den Griff bekommen. Im ersten Halbjahr 2010 stieg der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 26,1 Prozent auf 846 Millionen Euro, wie der bundeseigene Konzern am Mittwoch in Berlin mitteilte. Vor allem der gebeutelte Güterverkehr kam wieder stärker auf Touren. Über mögliche Fahrpreiserhöhungen für die Kunden will der Vorstand im Herbst entscheiden und dabei auch die Pannen und Verspätungen der vergangenen Monate mitbedenken. Für klarere Informationen bei Störungen sind Millionen-Investitionen geplant.
Die Ausfälle etlicher ICE-Klimaanlagen während der Hitzewelle "waren ein herber Rückschlag in unserem Bemühen, die Bahn zu einem sympathischeren Unternehmen zu machen", sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Die Situation habe sich inzwischen stabilisiert, so dass es seit 14. Juli "nur noch sehr vereinzelte" Kühlungsdefekte gegeben habe. Knapp 5700 hitzegeplagte Kunden hätten Entschädigungen im Wert von 374 000 Euro erhalten. Bei störanfälligen Klimaanlagen sei nachjustiert worden.
Mit Investitionen von 21 Millionen Euro sollen schrittweise alle Bahnhöfe elektronische Informationsanzeigen bekommen, wie Grube sagte. Servicemitarbeiter an den Stationen würden mit modernen Handys ausgerüstet. Klarere Ansagen bei Störungen sollen zunächst getestet werden. Der Bahnchef will im September weitere Schritte der "Kunden- und Qualitätsoffensive" vorstellen, die er nach dem Winterchaos angekündigt hatte. Es bleibe jedoch die Achillesferse, dass wegen zusätzlicher Achs-Überprüfungen kaum ICE-Reservezüge einsetzbar sind.
Von Januar bis Ende Juni, also vor der Hitzewelle, legte der Fernverkehr dennoch zu. Die Zahl der Reisenden wuchs auf 60,2 Millionen nach 59,1 Millionen im Vorjahreszeitraum. Dazu trug auch bei, dass Fluggäste während der Luftraumsperrung wegen der Aschewolke aus Island umstiegen. Die Sparte steigerte ihr Ergebnis auf 80 Millionen Euro. Im Regionalverkehr als wichtigstem Gewinnbringer sank das Ebit auf 420 Millionen Euro. Negativ zu Buche schlug die Berliner S-Bahn, die auch Technikprobleme hat. Das Frachtgeschäft zog wieder an. Die Güterzüge verringerten ihren Verlust auf 19 Millionen Euro, in der weltweiten Sparte der Logistik sprang der Gewinn auf 110 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr peilt der Konzern an, das Vorjahres-Ebit von 1,69 Milliarden Euro zu übertreffen. Der Umsatz soll die Marke von 32 Milliarden Euro erreichen - den geplanten Kauf des britischen Transporteurs Arriva nicht einbezogen. Zum Halbjahr stiegen die Erlöse um 12,8 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb der Gewinn mit 392 Millionen Euro unter den 547 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums zurück, als es hohe Sondereffekte gab.
Für die anstehenden Gespräche über einheitliche Tarifstandards in der deutschen Bahnbranche äusserte sich Grube zuversichtlich, ohne Streiks zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen. Mit Blick auf den europäischen Markt sage der Bahnchef, es gebe "zur Zeit keine Intention", sich an einer Privatisierung der russischen Bahn oder ihrer Tochtergesellschaften zu beteiligen./sam/DP/tw

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???