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Deutsche Bank hält unbeirrt an Kauf von Sal. Oppenheim fest

Dieser Inhalt wurde am 17. Dezember 2009 - 14:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Trotz immer neuer Mutmassungen über die Führungsriege von Sal. Oppenheim steht die Deutsche Bank zu der milliardenschweren Übernahme der Privatbank. "Wir halten am Erwerb von Sal. Oppenheim fest", sagte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage. "Wir haben uns die Bücher genau angeschaut." Die Deutsche Bank rechne weiterhin mit dem Abschluss des Kaufs im ersten Quartal des kommenden Jahres.
Zuvor hatte das "Manager Magazin" berichtet, dass die Gesellschafter sich in der Vergangenheit grosszügig selbst Kredite gewährt hätten zu niedrigen Zinssätzen und teils ohne Sicherheiten. Es habe sich um eine "gigantische Selbstbedienung" der herrschenden Familien gehandelt. Von aktuell ausstehenden 680 Millionen Euro ist die Rede. Die Bankeigner dürften sich schwer tun, die Schulden zurückzuzahlen, hiess es.
Weder die Deutsche Bank noch Sal. Oppenheim wollten die Informationen des Magazins kommentieren. "Das betrifft die Privatsphäre der Gesellschafter und das Bankgeheimnis", sagte ein Sal.-Oppenheim-Sprecher. Bereits in den Tagen zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass wahrscheinlich kein einziger Vertreter der Gesellschafterfamilien mehr in operativ führender Position bleiben werde. Die Finanzaufsicht Bafin prüfe ihre grundsätzliche Eignung für Bankgeschäfte.
Die Deutsche Bank zahlt mindestens 1,3 Milliarden Euro für die Privatbank sowie verwandte Gesellschaften. Einige Sparten wie das Wertpapier-Verwahrgeschäft der Tochter BHF oder das Investmentbanking will der Frankfurter Branchenprimus aber gleich weiterverkaufen. Interessiert ist er vor allem an der Vermögensverwaltung, die unter der superreichen Kundschaft einen hervorragenden Ruf geniesst.
Sal. Oppenheim hatte sich im vergangenen Jahr kräftig verspekuliert, unter anderem beim inzwischen insolventen Handelskonzern Arcandor. Die Eigentümerfamilien hatten daraufhin mehrfach frisches Geld in die Bank schiessen müssen. In den vergangenen Monaten mehren sich die Berichte über Missmanagement. Letztlich griff die Deutsche Bank zu. "Sie werden nicht draufzahlen", hiess es in Finanzkreisen. "Die haben sich die Zahlen sehr sorgfältig angeschaut."/das/tw

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