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(Neu: Analystenstimmen, Vergleich zu anderen Banken)
FRANKFURT (awp international) - Auf dem Weg zu ihren ehrgeizigen Zielen ist die Deutsche Bank zu Jahresbeginn einen grossen Schritt vorangekommen. Der Gewinn vor Steuern stieg in den ersten drei Monaten des Jahres dank eines starken Privatkundengeschäft um acht Prozent auf 3 Milliarden Euro, wie das Institut am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Dabei zahlte sich vor allem die milliardenschwere Postbank-Übernahme Ende vergangenen Jahres aus. Unter dem Strich blieben mit 2,1 Milliarden Euro dank einer geringeren Steuerquote fast ein Fünftel mehr als vor einem Jahr übrig. Nur einmal - vor Finanzkrise - hatte das Institut etwas mehr verdient.
Damit übertraf der deutsche Branchenprimus alle Erwartungen und stellte auch die Ergebnisse von grossen Teilen der internationalen Konkurrenz in den Schatten. Vor allem im Investmentbanking schlug sich die Bank viel besser als erwartet. An der Börse reagierten Deutsche-Bank-Aktien bis zum Mittag mit einem Kurssprung von fast fünf Prozent. Experten äusserten die Erwartung, dass nun viele Analysten ihre bislang vorsichtigen Schätzungen anheben dürften. Die Deutsche Bank habe "starke Zahlen" vorgelegt, sagte ein Marktteilnehmer. WestLB-Analyst Georg Kanders betonte, dass er seine Kaufempfehlung auf jeden Fall beibehalte.
AUFSTIEG IN DER LIGA DER TOP-BANKEN
"Die Deutsche Bank ist sehr gut ins Jahr gestartet", sagte Bankchef Josef Ackermann. Ihn ermutige die breite Basis der Erträge. Der Schweizer bekräftigte sein Prognose, in diesem Jahr in seinem Kerngeschäft erstmals in der Geschichte der Bank mehr als zehn Milliarden Euro vor Steuern zu verdienen. Seinem umstrittenen Ziel einer Vorsteuerrendite auf das eingesetzte Kapital von 25 Prozent kam er mit 22 Prozent bereits sehr nahe.
In der Liga der grössten Banken der Welt rückt die Deutsche Bank immer weiter nach oben. Von den US-Grossbanken etwa verdiente nur noch JPMorgan Chase zu Jahresbeginn mehr. Die Schweizer Rivalen UBS und Credit Suisse liegen hinter den Frankfurtern. Von den europäischen Banken, die bislang Zahlen fürs erste Quartal vorgelegt haben, war nur die spanische Santander besser. Allerdings müssen noch die britische HSBC und die französischen BNP Paribas ihren Bericht fürs erste Vierteljahr veröffentlichen.
ZUKÄUFE LASSEN GEWINN IM PRIVATKUNDENGESCHÄFT DEUTLICH STEIGEN
Im Privatkundengeschäft stieg der Vorsteuergewinn um 431 Prozent auf 978 Millionen Euro. Das lag vor allem an der Ende 2010 übernommenen Postbank sowie an einem Sondereffekt aus einer Bewertungsumstellung der knapp 20-prozentigen Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank. Aber auch das alte Geschäft der Deutschen Bank verbuchte Zuwächse.
Der Ausbau des Privatkundengeschäfts ist eines der wichtigsten Vorhaben Ackermanns zum Karriereende bei der Deutschen Bank. Der 63 Jahre alte Manager will vor seinem spätestens Anfang 2013 anstehenden Abschied als Vorstandschef der Bank das lange Zeit von Kritikern als "grosses Kasino" gegeisselte Institut unabhängiger vom Investmentbanking machen. Dafür griff er im vergangenen Jahr tief in die Kassen und liess sich die Postbank mehrere Milliarden Euro kosten.
INVESTMENTBANKING BESSER ALS BEI DER KONKURRENZ
Bis Ende März zahlte sich der Schritt aus - mit 221 Millionen Euro steuerte das Bonner Institut schon fast ein Viertel zum gesamten Vorsteuergewinn der Sparte bei. Allerdings liess die Übernahme auch die Verwaltungskosten um 19 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro steigen. Diese Belastungen will die Deutsche Bank künftig senken. Wie das geschehen soll, ist aber noch unklar. Zum erwarteten Stellenabbau bei der Postbank hält sich die neue Mutter noch bedeckt.
Im Investmentbanking ging der Vorsteuergewinn im ersten Quartal zum aussergewöhnlich starken Vorjahreszeitraum lediglich gut 3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Damit behauptete sich die Deutsche Bank deutlich besser als die US-Grossbanken, die zum Teil kräftige Gewinneinbussen in dieser Sparte hinnehmen mussten. Vor einem Jahr herrschte noch eine Sonderkonjunktur. Kurz nach der Finanzkrise warf das Investmentbanking weltweit riesige Gewinne ab. Daran konnte praktisch nur noch die Deutsche Bank anknüpfen. Konzernchef Ackermann betonte, dass trotzdem die Risiken weiter gesenkt worden seien.
KAPITALQUOTE DEUTLICH VERBESSERT
Für die anstehende Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen für Banken im so genannten Basel-III-Prozess sieht sich die Deutsche Bank gut gerüstet. Die Quote des harten Kernkapitals (Core Tier 1) stieg bis Ende März im Vergleich zum Wert vom Jahresabschluss 2010 um fast einen Prozentpunkt auf 9,6 Prozent. Finanzchef Stefan Krause betonte, dass es deshalb keinen Bedarf für eine von manch einem Analysten befürchtete weitere Kapitalerhöhung gebe. Im Herbst 2010 hatte die Bank so 10,2 Milliarden Euro eingesammelt./enl/zb/ksb

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