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BONN (awp international) - Die Deutsche Post hat dank des Postbank-Verkaufs im abgelaufenen Jahr den höchsten Gewinn seit dem Börsengang erzielt. Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern mehr als 2,5 Milliarden Euro - viermal so viel wie im Vorjahr und mehr als von Analysten erwartet. Dabei profitierte die Post von einem Bilanzierungseffekt. Die Aktionäre sollen mit einer um 5 Cent auf 65 Cent erhöhten Dividende an dem Erfolg teilhaben, wie die Post am Donnerstag in Bonn mitteilte. Für 2011 stellte die Post-Spitze im eigentlichen Geschäft steigende Gewinne in Aussicht.
Im frühen Handel verlor die Aktie nach einem positiven Start in einem schwachen Markt zuletzt 1,43 Prozent auf 12,750 Euro zu. An der Börse wurde vor allem die höhere Dividende gelobt. Experten hatten mit einer geringeren Anhebung gerechnet.
POSTBANK TREIBT GEWINN
Mehr als die Hälfte ihres Rekordgewinns verdankt die Post ihrer früheren Tochter, der Deutschen Postbank, die inzwischen mehrheitlich zur Deutschen Bank gehört. Die Post hält allerdings noch Postbank-Anteile, die sie erst 2012 an die Deutsche Bank abgibt. Die dazu ausgegebene Umtauschanleihe stellt die Post beim Verkauf deutlich besser als den gewöhnlichen Postbank-Aktionär, denn der Konzern hat sich einen Verkaufspreis deutlich über dem aktuellen Aktienkurs gesichert. Dieser Bucheffekt trieb den Post-Gewinn nun um mehr als 1,5 Milliarden Euro nach oben.
Das eigentliche Geschäft des Konzerns lief unterdessen besser als vom Vorstand angekündigt. Während das Briefaufkommen weiter sank, liessen die Logistik-Sparten unter der Marke DHL den Umsatz um mehr als elf Prozent auf 51,5 Milliarden Euro klettern. Nachdem die Post den teuren Rückzug aus dem US-Geschäft verarbeitet hat, verdiente sie auch im operativen Geschäft wieder besser. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen legte von 231 Millionen Euro auf 1,8 Milliarden Euro zu.
AUF WACHSTUM EINGESTELLT
Im laufenden Jahr soll das EBIT auf 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro steigen. Den Postbank-Effekt herausgerechnet, soll auch der Überschuss erneut zulegen. "Wir sind sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis auf Wachstum eingestellt", sagte Vorstandschef Frank Appel. Die Zeit der grossen Sonderbelastungen sei vorbei. Deshalb will die Post nun auch keine bereinigten Ergebnisse mehr ausweisen.
Beim Wachstum setzt die Post weiter auf die Sparten unter der Marke DHL. Das Express-Geschäft, das Frachtgeschäft und die Lieferketten-Logistik sollen von der wirtschaftlichen Erholung profitieren, die der Vorstand auch für 2011 erwartet. Das Briefgeschäft leidet weiter unter der Konkurrenz der E-Mail. Der operative Gewinn der Sparte soll in diesem Jahr mit 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro leicht zurückgehen und sich künftig bei rund 1 Milliarde Euro stabilisieren.
VORSTAND SETZT AUF DHL
Die DHL-Bereiche sollen unterdessen weiter kräftig zulegen. "Wir haben mit der Realisierung des Wachstumspotenzials bei DHL gerade erst begonnen", sagte Appel. Verdiente die Post in den DHL-Sparten im vergangenen Jahr operativ 1,1 Milliarden Euro und damit gleich viel wie im Briefgeschäft, sollen es im laufenden Jahr schon 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro sein. Bis zum Jahr 2015 soll der DHL-Gewinn pro Jahr im Schnitt um 13 bis 15 Prozent zulegen./stw/stk

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