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TOKIO (awp international) - Das exportabhängige Japan leidet zunehmend unter dem rasanten Höhenflug des Yen. Falls nötig, werde man gegen extreme Wechselkursschwankungen "entschiedene Massnahmen" ergreifen, sagte Ministerpräsident Naoto Kan am Freitag in Tokio. Mit solchen Formulierungen versuchen Politiker den Märkten ihre Bereitschaft zu signalisieren, notfalls einzugreifen. Ähnlich hatte sich zuvor bereits Finanzminister Yoshihiko Noda geäussert. Er werde sich in Kürze mit Notenbankchef Masaaki Shirakawa, der am Montag von einer Auslandsreise zurückgekehrt, treffen, sagte der Ministerpräsident.
Die rasante Festigung des Yen gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren und zum Euro auf den höchsten Stand seit neun Jahren bremst Japans exportabhängige Wirtschaft zunehmend. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Kalenderquartal angesichts geringerer Exporte und des schwachen Privatkonsums nur noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 0,4 Prozent. Zwar legten die Exporte im Juli zum Vorjahresmonat um 23,5 Prozent zu. Doch schwächt sich der Anstieg bereits seit fünf Monaten ab.
Japan, das gerade von seinem Nachbarn China als zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt überholt worden ist, steckt zudem weiter im Griff einer Deflation mit andauernd fallenden Preisen. Der Verbraucherpreisindex sank im Juli um 1,1 Prozent zum Vorjahr und damit im 17. Monat in Folge, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Eine Deflation hat schlimme Auswirkungen: Sie drückt die Umsätze und Gewinne der Unternehmen, die dann Abstand von Investitionen nehmen und Arbeitsplätze abbauen. Verbraucher halten sich dann wiederum mit Anschaffungen zurück, wodurch sich der Preisverfall noch verschärft.
Kan kündigte an, dass seine Regierung am kommenden Dienstag Grundrisse neuer Konjunkturmassnahmen beschliessen will. Diese sollten vor allem die Binnennachfrage ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Die japanische Zentralbank steht derweil erneut unter wachsendem politischen Druck, gegen den Anstieg des Yen vorzugehen. Kans Äusserungen könnten die Spekulationen verschärfen, dass die Notenbank die ohnehin schon extrem losen geldpolitischen Zügel weiter lockert./ln/DP/bgf

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