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ARLINGTON/PARIS (awp international) - Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS macht seinem US-Rivalen Boeing den milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der amerikanischen Luftwaffe streitig. Ein 8.800 Seiten dickes Angebot lag nach Angaben von EADS am Freitag der zuständigen US-Behörde vor. "Wir haben Vertrauen in die überlegenen Fähigkeiten der KC-45", sagte EADS-Nordamerika-Chef Ralph Crosby. Das US-Verteidigungsministerium will voraussichtlich Mitte November eine Entscheidung treffen.
Die EADS-Aktie legte am Freitagmorgen zunächst zu, rutschte dann aber gegen den Markttrend in die Verlustzone. Zuletzt notierte sie an der Pariser Börse mit 0,44 Prozent im Minus bei 16,84 Euro.
DRITTER ANLAUF
Das von deutschen und französischen Anteilseignern dominierte Unternehmen EADS und sein US-Partner Northrop Grumman hatten im März eigentlich ihren Rückzug aus dem Bieterwettbewerb über 179 Tankflugzeuge im Wert von zunächst 35 Milliarden US-Dollar verkündet. Beide Konzerne begründeten dies mit unfairen Wettbewerbsbedingungen und beklagten, dass die Ausschreibung voll auf den US-Konkurrenten Boeing zugeschnitten worden sei.
Daraufhin schalteten sich jedoch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ein und warnten vor "allen protektionistischen Versuchungen". Wenig später erklärte sich das Pentagon bereit, die Ausschreibungsfrist zu verlängern, um EADS ein neues Angebot nach dem Ausstieg von Northrop Grumman zu ermöglichen. US-Präsident Barack Obama versprach zudem einen fairen Wettbewerb.
ERPROBTES FLUGZEUG
Mit der KC-45, die vom Grossraumflugzeug Airbus A330 abgeleitet ist, wird von EADS eine bereits erprobte Maschine ins Bieterrennen geschickt. "Wir sind stolz auf unser Angebot, weil es die einzige Maschine im Wettbewerb ist, die bereits fliegt und andere Flugzeuge auftankt", sagte Crosby. Nach Angaben von EADS würde das Programm 200 US-amerikanische Unternehmen beteiligen und 48.000 Menschen in den USA Arbeit geben. Die KC-45 soll nach Unternehmensplänen in Mobile (Alabama) gebaut werden. Dort will EADS eigens für diesen Auftrag ein Werk bauen, in dem dann auch Frachtmaschinen des Typs A330 gefertigt werden könnten.
Um das "Jahrhundertgeschäft" mit der US-Luftwaffe gibt es schon seit Jahren Streit. EADS hatte noch unter der Regierung des damaligen Präsidenten George W. Bush den Zuschlag für den Deal erhalten. Auf Druck von Boeing war der Auftrag allerdings neu ausgeschrieben worden. Noch davor hatte Boeing sich die Ausschreibung gesichert, der Deal war jedoch nach Unregelmässigkeiten annulliert worden.
LANGFRISTIG 100 MILLIARDEN DOLLAR
Die US-Luftwaffe muss 534 Tanker und Frachter ersetzen. Das verspricht langfristig ein Geschäft von 100 Milliarden Dollar. Im ersten Los geht es um 68 Maschinen für zwölf Milliarden Dollar und undatierte Folgeaufträge für 111 Flugzeuge. Boeing geht mit dem Modell KC-767 in den Kampf um den Auftrag. Es basiert auf dem alten Verkehrsjet Boeing 767 und wurde nach dem Verlust der ersten Ausschreibung überarbeitet.
Noch vor der Entscheidung über den Tankflugzeug-Auftrag wird ein Zwischenbericht der Welthandelsorganisation WTO über mögliche illegale Subventionen an Boeing erwartet. Er soll nach Angaben von Airbus beweisen, dass auch der Rivale Boeing in der Vergangenheit illegale Staatshilfen erhielt. Ende Juni veröffentlichte die WTO bereits die Entscheidung über Staatshilfen an Airbus, die Boeing angeprangert hatte. Angesicht der als illegal beurteilten Subventionen, fordert der US-Flugzeugbauer nun, dass Airbus erhaltene Kredite in Höhe von rund vier Milliarden Dollar zurückzahlt. Beide Unternehmen liefern sich seit Jahren einen heftigen Subventionsstreit./aha/DP/stw

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