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ECONOMICS/DE: Einzelhandel schwächelt weiter (AF)

Dieser Inhalt wurde am 04. Mai 2010 - 12:08 publiziert

WIESBADEN/BERLIN (awp international) - Die Kassen des Einzelhandels in Deutschland haben auch im März nicht so geklingelt wie von der Branche erhofft. Zwar gab es im Vergleich zum März 2009 sowohl nominal (plus 3,9 Prozent) als auch real (plus 2,7 Prozent) Umsatzzuwächse, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten errechnet hat. Das ist nach Mitteilung der Behörde vom Dienstag der höchste Zuwachs seit September 2008. Doch der März hatte in diesem Jahr mit 27 Verkaufstagen auch einen Verkaufstag mehr als der Vorjahresmonat.
Im Vergleich zum Vormonat Februar setzte sich der Abwärtstrend fort: Die Erlöse sanken kalender- und saisonbereinigt sowohl nominal (minus 1,8 Prozent) als auch real (minus 2,4 Prozent). Im ersten Quartal 2010 stagnierten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal, preisbereinigt (real) sanken sie um 0,8 Prozent. Die Ergebnisse basieren auf Daten aus sieben Bundesländern, in denen rund Dreiviertel des Umsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden.
Der Branchenverband HDE zeigte sich dennoch zufrieden. Betrachte man den Einzelhandel im engeren Sinne - also ohne Kfz-Handel, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken - stehe die Branche "im März gut da", wie eine Sprecherin des Verbandes in Berlin sagte. Auf das Quartal gerechnet liege man nominal um plus 0,4 Prozent über dem Vorjahr. "Die Aussicht auf Frühling hat Verbraucher offenkundig bewogen, vor allem Kleidung zu kaufen", sagte die Sprecherin.
Für das Gesamtjahr rechnen Volkswirte damit, dass steigende Einkommen und der robuste Arbeitsmarkt den Einzelhandel zwar stützen werden. Doch zum Wirtschaftswachstum dürfte die Branche 2010 kaum beitragen.
"Bedingt durch die stark negative Dynamik zur Jahreswende, wird der private Konsum fast zwangsläufig zu einer Bremse für das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr werden", urteilten Ökonomen der Unicredit . Die Commerzbank erklärte: "Das Minus beim Einzelhandel bedeutet aber nicht, dass auch der private Verbrauch im ersten Quartal in gleichem Masse gesunken ist. Denn für den Konsumenten hat der Einzelhandel in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren."/ben/DP/bgf

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