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ECONOMICS/DE: ZEW-Konjunkturerwartungen sinken in etwa wie erwartet (AF)

Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2010 - 12:21 publiziert

MANNHEIM (awp international) - Die europäische Schuldenkrise hat auch die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten belastet. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind im Mai um 7,2 Punkte auf 45,8 Punkte gesunken, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem geringfügig stärkeren Rückgang auf 45,6 Punkte gerechnet. Zugleich hellte sich die Lagebeurteilung kräftig um 17,6 Punkte auf minus 21,6 Punkte auf, was von Ökonomen als Indiz für eine anhaltende Konjunkturerholung gewertet wurde.
Trotz des Rücksetzers nach dem Anstieg im Vormonat liegt der ZEW-Index immer noch deutlich über seinem Mittelwert von 27,4 Punkten. Zugleich gehen die befragten Experten nach wie vor von einer Erholung der Konjunktur aus, kommentierte das ZEW. Vor allem positive Zahlen zum Export und aus der Industrie dürften stützend gewirkt haben. "Die immer deutlicher zutage tretende Verschuldungsproblematik zahlreicher Länder sehen die Finanzmarktexperten hingegen tendenziell als Konjunkturrisiko." Auch ZEW-Präsident Wolfgang Franz begründete die ungünstigere Stimmung mit der zunehmenden Unsicherheit über die Konsolidierungspolitik in Europa.
Volkswirte zeigten sich mit Blick auf die deutsche Konjunktur nach wie vor zuversichtlich. Die Grossbank UniCredit schränkte jedoch ein, dass die teils harten Sparanstrengungen im Euroraum auch das deutsche Wachstum belasten könnten. Der strikte Sparkurs dürfte das Wachstum stärker drücken, als es der schwache Euro stütze. Die Konjunkturerholung ist aus Sicht der meisten Experten aber intakt. Ab dem zweiten Halbjahr wird jedoch eine langsamere Gangart erwartet.
An den Finanzmärkten hielten sich die Ausschläge in Grenzen. Deutliche Reaktionen gab es nur am Anleihemarkt, wo der Bund-Future zuvor erlittene Kursverluste egalisieren konnte. Der Euro reagierte nur kurzzeitig mit Kursabschlägen. Die Aktienmärkte reagierten kaum auf die Daten./bgf/js

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