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ECONOMICS/Eurozone: Kreditvergabe erstmals rückläufig; Schwache Nachfrage

Dieser Inhalt wurde am 27. Oktober 2009 - 12:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Erstmals in der Geschichte des Euroraums ist die Kreditvergabe der Banken an die Wirtschaft gesunken. Auf Jahressicht sind die an Unternehmen und Haushalte vergebenen Darlehen im September um 0,3 Prozent geschrumpft, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Auf Monatssicht ergab sich indes ein geringer Zuwachs. Experten sehen in den Daten jedoch keinen Beleg für eine Kreditklemme, also ein zu geringes Kreditangebot. Als Hauptgrund gilt vielmehr die schwache Konjunktur und die damit verbundene geringe Kreditnachfrage.
Konjunkturelle Bremsspuren in der mittleren Frist signalisierten jüngste Daten zur Geldmenge. So war das Wachstum der stark beachteten Geldmenge M1 im September erstmals seit vielen Monaten rückläufig. Das eng gefasste Geldmengen-Aggregat M1 gilt als guter Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. Die UniCredit sieht in der Abschwächung einen Vorboten einer Konjunkturabschwächung im kommenden Jahr. Speziell die deutsche Konjunktur dürfte sich 2010 abkühlen, schätzt die Grossbank.
An der Geldpolitik der EZB dürften die Zahlen indes nichts ändern. Die Commerzbank geht davon aus, dass die europäische Notenbank unverändert an ihrer vorsichtigen Haltung festhalten wird. Die Daten zeigten aber auch, dass die Kreditvergabe im Euroraum immer noch schwach sei. Ausschlaggebend sei aber in erster Linie eine geringe Nachfrage seitens der Wirtschaft. Die Postbank verweist darüber hinaus auf statistische Basiseffekte.
Die Daten im Überblick:
(r=revidiert; Prog=Prognose)
/bf/js

September Prog August

Geldmenge M3 +1,8 +2,2 +2,6r
3-Monats-Schnitt +2,5 +2,5 +3,1r
Kredite an priv. Sektor -0,3 -0,3 +0,1

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