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MÜNCHEN/HAMBURG (awp international) - Die Erholung der Weltwirtschaft treibt einer ifo-Umfrage zufolge in diesem Jahr die Preise nach oben. In nahezu allen Ländern erwarteten die befragten Wirtschaftsexperten Preissteigerungen im ersten Quartal, teilte das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Mittwoch mit. Die Konjunkturforscher rechnen für 2011 mit weltweiten Preiserhöhungen von 3,4 Prozent nach 3,1 Prozent im Vorjahr. Vor allem in Asien würden etwa Lebensmittel und Rohstoffe teurer. In Nordamerika und Westeuropa erwarten die Experten einen Preisanstieg von jeweils 2 Prozent.
Europas oberster Währungshüter, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, forderte die G20-Staaten auf, gegen die steigenden Preise für Lebensmittel vorzugehen. "Die Bevölkerungen von grossen aufstrebenden Volkswirtschaften ändern ihr Konsumverhalten, das treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Gut möglich, dass dieser Anstieg noch einige Zeit weitergeht", sagte Trichet laut einem Vorabbericht der Wochenzeitung "Die Zeit". Dieses Problem könne jedoch gelöst werden. "Zugleich gibt es in Afrika immense Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Wir brauchen hierzu die richtigen Anreize für die dortigen Bauern. Das ist ein wichtiges globales Thema, mit dem sich Gremien wie die G20 beschäftigen sollten."
Die Notenbanken alleine könnten den Anstieg der Nahrungsmittelpreise nicht in den Griff bekommen, sagte Trichet. Ihre Aufgabe sei es nur, zu verhindern, dass ein Anstieg der Rohstoffpreise über höhere Lohnforderung zur Kompensation der Kaufkraftverluste eine Inflationsspirale auslöse. Mit der Krisenpolitik der Notenbanken habe der zuletzt gestiegene globale Preisdruck nichts zu tun. Dieser sei die "Folge der rasanten wirtschaftlichen Erholung in den aufstrebenden Volkswirtschaften".
Steigende Preise machen auch den Bundesbürgern immer grössere Sorgen: Einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" zufolge gab mehr als die Hälfte der Teilnehmer (52 Prozent) an, grosse oder sehr grosse Furcht vor steigenden Preisen zu haben. Das seien fünf Prozentpunkte mehr als vor drei Monaten gewesen. Zugenommen habe auch die Angst vor einer galoppierenden Staatsverschuldung. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der 1003 Befragten sehen das als Hauptsorge. Das waren zwei Prozentpunkte mehr als zuvor.
Der ifo-Umfrage zufolge hat sich die Stimmung in der Weltwirtschaft zu Beginn des Jahres deutlich verbessert. Im ersten Quartal stieg der Index von 98,6 Punkten auf 106,8 Punkte. Damit kletterte der Indikator auf den höchsten Wert seit Ende 2007 vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise. Das Ergebnis deutet nach Einschätzung der Experten darauf hin, dass die Weltkonjunktur nach einem leichten Dämpfer zum Ende des vergangenen Jahres wieder an Fahrt gewinnt. Vor allem in Nordamerika habe sich das Klima deutlich aufgehellt. Das ifo-Institut führt die Entwicklung auf die gestiegene Kauflaune der Verbraucher und die verbesserte Lage der Industrie zurück.
An der Umfrage beteiligten sich im Januar insgesamt 1117 Experten aus 119 Ländern. Die Erhebung wird in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris erarbeitet./amr/rad/DP/jha

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