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WASHINGTON (awp international) - Die US-Notenbank Fed verzichtet zunächst auf weitere Massnahmen zur Konjunkturstützung. Laut Experten hat sie mit ihrer Erklärung vom Dienstagabend aber einen grossen Schritt in Richtung einer weiteren Lockerung ihrer bereits sehr expansiven Geldpolitik gemacht. Mit der Formulierung, man stehe für zusätzliche Massnahmen zur Konjunkturstützung bereit, bekräftigte die Fed Aussagen ihres Präsidenten Ben Bernanke von Ende August. Zudem lenkte die Notenbank den Blick stärker als bislang auf die Teuerung. Offensichtlich sieht die Fed derzeit höhere Deflationsrisiken, wie auch zuletzt Fed-Chef Bernanke.
Wie gemeinhin erwartet, wird die Fed ihre faktische Nullzinspolitik noch lange fortsetzen, wie aus der Erklärung zum jüngsten Zinsentscheid hervorgeht. Den Leitzins beliess die Notenbank abermals unverändert in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent. Auch ihre Liquiditätspolitik beliess die Fed unverändert. Wie bereits im August beschlossen wurde, sollen Mittel aus fälligen Wertpapieren in neue Papiere reinvestiert werden. An den Finanzmärkten kam der Dollar nach dem Entscheid spürbar unter Druck, während die Börse positiv reagierte.
Die Ausführungen der Fed zur Konjunktur lesen sich in weiten Teilen wie das letzte Statement vom August: Die konjunkturelle Erholung habe sich in den letzten Monaten abgeschwächt, bekräftigte die Notenbank. Die Konsumausgaben hätten sich zwar leicht erholt, seien aber nach wie vor gedämpft. Die Unternehmensinvestitionen hätten zuletzt weiter zugelegt, allerdings schwächer als noch zu Jahresbeginn. Mithin dürfte sich die konjunkturelle Erholung auch nur moderat fortsetzen.
Schärfer fiel indes die Formulierung zur Teuerung aus: Die Inflation liege derzeit leicht unter dem Niveau, das langfristig der Zielsetzung der Notenbank entspreche, heisst es in dem Statement. Vermutlich werde die Teuerung auch noch eine ganze Weile niedrig bleiben. Auch die italienische Grossbank UniCredit hob dies in einem Kommentar hervor: Wie auch schon Fed-Chef Bernanke habe die Notenbank damit wohl auf Deflationsrisiken angespielt.
Insgesamt habe die Fed mit der Erklärung einen grossen Schritt in Richtung einer weiteren geldpolitischen Lockerung gemacht, sind sich UniCredit und Commerzbank einig. "Die Wahrscheinlichkeit für eine zusätzliche quantitative Lockerung ist heute zweifellos gestiegen", heisst es in einer Studie der Frankfurter Bank.
Die Marktreaktion auf die Entscheidungen der Fed war deutlich: Der US-Dollar geriet nach der Erklärung zu vielen wichtigen Währungen spürbar unter Druck. Der Euro legte im Gegenzug kräftig zu und stieg um über einen Cent auf rund 1,3250 Dollar. Die Kurse an den Rentenmärkten reagierten zunächst negativ, legten dann aber deutlich zu. Der US-Aktienmarkt quittierte den Fed-Entscheid mit Kursgewinnen./bgf/zb

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