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Dietikon (awp) - Das Energiehandelsunternehmen EGL hat in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs 2010/11 erneut unter tiefen Energiepreisen und einer schwachen Performance im Handelsgeschäft gelitten. Dank Kostensenkungsprogramm sowie einem verbesserten Finanzergebnis wurde jedoch der Reingewinn gesteigert. Die EGL-Muttergesellschaft Axpo selbst setzte im ersten Geschäftshalbjahr mehr Strom ab und steigerte das Unternehmensergebnis. Nun will Axpo, die 91% an der Stromhandelstochter besitzt, alle noch im Handel befindenden Aktien der EGL übernehmen.
Axpo will sich mit der Übernahme für Herausforderungen der Energiemärkte rüsten. Der Angebotspreis beträgt 850 CHF je Inhaberaktie, was einer Prämie von 20,8% entspricht. Insgesamt kommt die Transaktion so auf rund 200 Mio CHF zu stehen. Zu den Gründen, warum die mehrheitlich im Besitz von Kantonen befindliche Axpo, zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Komplettübernahme anstrebt, wollte sich EGL-Konzernchef Hans Schulz bei einer Medienkonferenz am Montag nicht äussern. Allerdings macht der CEO Synergieeffekte aus. Diese seien sowohl im Bereich des Energiehandels auch als bei den Assets möglich.
MUTTERGESELLSCHAFT AXPO MIT GEWINNSTEIGERUNG
Finanzmittel für die Übernahme sind vorhanden. So steigerte Axpo im ersten Halbjahr 2010/11 (per Ende März) das operative Ergebnis nach Preiserhöhungen und Kosteneinsparungen um 23% auf 511 Mio CHF, der Jahresgewinn erhöhte sich um 32% auf 459 Mio CHF. Positiv habe sich der Wegfall der Belastungen der Kraftwerke über 50 Megawatt mit Systemdienstleistungen sowie der Projektabschlusskosten für Energy Plus in Italien ausgewirkt. Die Gesamtleistung des Konzerns sank um 7% auf 3,33 Mrd CHF, während der Energieabsatz um 2% auf 36'265 Mio Kilowattstunden anstieg.
Die Tochter EGL allein erzielte im selben Zeitraum einen um 18% geringeren Nettoumsatz von 1,26 Mrd CHF. Die Bruttomarge sank um 40% auf rund 252 Mio CHF und der EBIT um 57% auf knapp 66 Mio CHF. Unter dem Strich verblieb jedoch ein um 47% höherer Reingewinn von 47,7 Mio CHF. Hauptgründe dafür seien das Kostensenkungsprogramm sowie das verbesserte Finanzergebnis gewesen.
Das Finanzergebnis verbesserte sich von -53,6 Mio CHF auf -5,7 Mio. Darin enthalten sind der Zinsaufwand für die Kraftwerke Calenia Energia und Rizziconi Energia in der Höhe von 20,3 Mio (-17%), ein gegenüber dem Vorjahr um 59% höherer Zinsertrag von 10,5 Mio sowie ein verbessertes Nettowährungsergebnis von 42,4 Mio.
VON FUKUSHIMA PROFITIERT
Im Handelsgeschäft konnte die Gesellschaft das Resultat aus dem Vorjahreszeitraum nicht erreichen. Insbesondere im grenzüberschreitenden Stromhandel mit Italien seien die Ergebnisse schwächer ausgefallen. Grund waren die sich angleichenden Preise zwischen Italien und Zentraleuropa während des Winters. Von der Atomkatastrophe in Japan hingegen profitierte EGL nach Aussagen des CEO. "Die Händler der EGL haben sich gleich montags nach dem Unfall in Fukushima eingedeckt."
Der Geschäftsbereich Assets erzielte im ersten Halbjahr ein deutlich besseres betriebliches Ergebnis als im Vorjahr; damals hatten insbesondere Ausstiegskosten aus dem Kraftwerksprojekt Energy Plus sowie der Ausfall des Kernkraftwerks Bugey das Ergebnis belastet.
Die Energiemärkte bleiben aus Sicht der EGL anspruchsvoll, wobei eine zunehmende Anzahl von externen Faktoren die Energiewirtschaft beeinflusse. "Es gibt so viele Unsicherheiten, dass wir keine Ergebnisprognose abgeben", sagte CEO Schulz. Auch die definitive Bewertung des EGL-Übertragungsnetzes in der Schweiz, das derzeit begrenzte Margenpotenzial und der schwache Eurokurs beeinflussten den Geschäftsgang. Auf der Kostenseite sollten laut EGL die eingeleiteten Massnahmen wirksam werden.
Die Titel steigen bis am Mittag um nahezu 22% auf 848 CHF und damit knapp unter den Angebotspreis von 850 CHF. Die vorgelegten Halbjahreszahlen spielen aus Analystensicht bei der Kursentwicklung eine untergeordnete Rolle.
ps/cf

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