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(Ergänzt um Übernahmeangebot und Halbjahresergebnis von Axpo)
Dietikon (awp) - Das Energiehandelsunternehmen EGL hat in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs 2010/11 erneut unter tiefen Energiepreisen und einer schwachen Performance im Handelsgeschäft gelitten. Dank Kostensenkungsprogramm sowie einem verbesserten Finanzergebnis wurde jedoch der Reingewinn gesteigert. Die EGL-Muttergesellschaft Axpo selbst setzte im ersten Geschäftshalbjahr mehr Strom ab und steigerte das Unternehmensergebnis. Nun will Axpo, die 91% an der Stromhandelstochter besitzt, alle noch im Handel befindenden Aktien der EGL übernehmen.
Axpo beabsichtigt, "sich für die anspruchsvollen Herausforderungen der Energiemärkte zu rüsten", heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Der Angebotspreis betrage 850 CHF je Inhaberaktie, was einer Prämie von 20,8% entspreche. Voraussichtlich in der Zeit vom 12. Juli bis 12. August 2011 laufe das Angebot.
Finanzmittel für die Übernahme sind vorhanden. So steigerte Axpo im ersten Halbjahr 2010/11 (per Ende März) das operative Ergebnis nach Preiserhöhungen und Kosteneinsparungen um 23% auf 511 Mio CHF, der Jahresgewinn erhöhte sich um 32% auf 459 Mio CHF. Positiv habe sich der Wegfall der Belastungen der Kraftwerke über 50 Megawatt mit Systemdienstleistungen sowie der Projektabschlusskosten für Energy Plus in Italien ausgewirkt. Die Gesamtleistung des Konzerns sank um 7% auf 3,33 Mrd CHF, während der Energieabsatz um 2% auf 36'265 Mio Kilowattstunden anstieg.
Die Tochter EGL allein erzielte im selben Zeitraum einen um 18% geringeren Nettoumsatz von 1,26 Mrd CHF. Die Bruttomarge sank um 40% auf rund 252 Mio CHF und der EBIT um 57% auf knapp 66 Mio CHF. Unter dem Strich verblieb jedoch ein um 47% höherer Reingewinn von 47,7 Mio CHF. Hauptgründe dafür seien das Kostensenkungsprogramm sowie das verbesserte Finanzergebnis gewesen.
Das Finanzergebnis verbesserte sich von -53,6 Mio CHF auf -5,7 Mio. Darin enthalten sind der Zinsaufwand für die Kraftwerke Calenia Energia und Rizziconi Energia in der Höhe von 20,3 Mio (-17%), ein gegenüber dem Vorjahr um 59% höherer Zinsertrag von 10,5 Mio sowie ein verbessertes Nettowährungsergebnis nach Fremdwährungsabsicherungen in der Höhe von 42,4 Mio.
Im Handelsgeschäft konnte die Gesellschaft das Resultat des ersten Halbjahres 2009/10 nicht erreichen. Zwar hätten die Handelsregionen Italien, Iberia, Nordic & Baltics und UK Ergebnisse im Rahmen der Erwartungen erzielt. Doch im grenzüberschreitenden Stromhandel mit Italien seien die Ergebnisse markant schwächer ausgefallen. Grund dafür waren laut Mitteilung die sich angleichenden Preise zwischen Italien und Zentraleuropa während des Winters. Das betriebliche Ergebnis des Geschäftsbereiches fiel mit 27,5 Mio CHF unter den Vorjahreswert von 208,3 Mio.
Der Geschäftsbereich Assets erzielte im ersten Halbjahr mit 65,7 Mio CHF (-25,3 Mio) ein deutlich besseres betriebliches Ergebnis als im Vorjahr; damals hatten insbesondere Ausstiegskosten aus dem Kraftwerksprojekt Energy Plus sowie der Ausfall des Kernkraftwerks Bugey das Ergebnis belastet. Allerdings reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr die Betriebsstunden der EGL Gas-Kombikraftwerke in Italien aufgrund der geringen Differenz zwischen Erdgas- und Zertifikatpreis einerseits und dem Strompreis andererseits (Clean Spark Spread).
Die Energiemärkte bleiben aus Sicht der EGL anspruchsvoll, wobei eine zunehmende Anzahl von externen Faktoren die Energiewirtschaft beeinflusst. Namentlich die Auswirkungen der europaweiten Kernkraftdebatte sind für die Stromwirtschaft und für die EGL bis heute nicht einschätzbar. Diese seien von politischen Entscheiden abhängig, die in den nächsten Monaten und Jahren getroffen würden, heisst es.
Auch die definitive Bewertung des EGL-Übertragungsnetzes in der Schweiz, das derzeit begrenzte Margenpotenzial und der schwache Eurokurs beeinflussten den Geschäftsgang. Eine Prognose des Unternehmensergebnisses sei daher "mit hohen Unsicherheiten" belastet. Auf der Kostenseite sollten laut EGL die eingeleiteten Massnahmen wirksam werden. Mittelfristig geht EGL davon aus, dass die Strompreise in Zentraleuropa steigen, die Nachfrage nach Erdgas zunehmen und sich der Clean Spark Spread in Italien wieder vergrössern wird.
ps/uh

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