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(Neu: Aussagen aus der Pressekonferenz)
STUTTGART (awp international) - Der Automobilzulieferer ElringKlinger will seinen Wachstumskurs in den nächsten Jahren fortsetzen und sich dazu auch mit weiteren Zukäufen verstärken. Derzeit befinde sich das Unternehmen in weit fortgeschrittenen Verhandlungen zur Übernahme des schweizerischen Abgasspezialisten Hug Engineering, wie ElringKlinger am Dienstag mittelte. Für 2010 sollen die Aktionäre mit einer Dividende von 0,35 Euro belohnt werden, nach 0,20 Euro im Vorjahr.
An der Börse wurden die Nachrichten gut aufgenommen. Die Papiere der im MDax notierten Gesellschaft lagen im Mittagshandel um gut ein Prozent im Plus.
Hug stellt Katalysatoren und Dieselpartikelfilter her und kommt auf einen Jahresumsatz von rund 46 Millionen Euro. Mit dem Zukauf verstärkt sich ElringKlinger vor allem im Nutzfahrzeugbereich sowie bei Off-road-Fahrzeugen und stationären Motoren. Die Mehrheitsübernahme könnte kurzfristig erfolgen, hiess es. Zum Kaufpreis sagte Konzernchef Stefan Wolf, er liege leicht unter der Hälfte des Umsatzes und sei damit "relativ günstig". Zur Finanzierung habe ElringKlinger nach der Kapitalerhöhung im vergangenen Oktober ausreichend Spielraum. Damals kam rund 124 Millionen Euro frisches Geld in die Kasse.
Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller von Zylinderkopf- und Spezialdichtungen dank der angezogenen Autokonjunktur einen Rekordumsatz von 796 Millionen Euro erzielt, ein Plus von 37 Prozent zum Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte von 63 Millionen auf 107 Millionen Euro zu. Unterm Strich blieben abzüglich der Minderheitsanteile rund 66 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.
Weitere Zukäufe kann sich Wolf vor allem in den Bereichen Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie sowie zur weiteren geografischen Expansion vorstellen. Zudem rechnet der Vorstandschef mit einer weiteren Konsolidierung in der Branche, an der sich ElringKlinger aktiv beteiligen will.
Für 2011 hat sich das auf Dichtungen, Hitzeschilde und Kunststoffteile spezialisierte Unternehmen vorgenommen, die Erlöse organisch um fünf bis sieben Prozent zu steigern und damit stärker zu wachsen als der Branchendurchschnitt. Hinzu soll ein Umsatz von rund 49 Millionen Euro vom jüngst übernommenen Flachdichtungsgeschäft der Freudenberg-Gruppe kommen. ElringKlinger ist mit einem Auftragsbestand von 333 Millionen Euro ins neue Jahr gestartet. Auch in den ersten beiden Monaten 2011 sei der Auftragseingang positiv verlaufen. "Hohe technologische Kompetenz, eine optimale globale Aufstellung und die weltweit zunehmende Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes bieten ElringKlinger sehr gute Wachstumschancen", schreibt Wolf in seinem Brief an die Aktionäre.
Das EBIT soll im laufenden Jahr konzernweit um 15 bis 25 Prozent zulegen. Das noch weniger profitable Freudenberg-Geschäft soll bis zum Jahresende auf eine operative Marge von zehn Prozent getrimmt werden. Wegen der noch geringeren Profitabilität des zugekauften Geschäfts erwartet der Unternehmenschef konzernweit leichten einen Rückgang der operativen Marge von zuletzt 14,6 Prozent. ElringKlinger hatte auch im Krisenjahr 2009 eine zweistellige Rendite erzielt und schnitt damit wesentlich besser ab als die Branche.
Im nächsten Jahr soll dann wieder eine EBIT-Marge wie vor der Krise von 16 bis 18 Prozent erreicht werden. Im Herbst 2010 hatte sich Wolf etwas optimistischer gezeigt, die Rendite könne schon in diesem Jahr zum Vorkrisenniveau zurückkehren. Nun habe man aber im vierten Quartal eine Reihe von Sondereffekten verbucht, wie etwa Rückstellungen für künftige Lohnzahlungen. "Wir sind schon fast wieder bei der alten Ertragskraft, aber noch nicht ganz", sagte Wolf. 2012 sollen die Erlöse organisch erneut um fünf bis sieben Prozent wachsen.
Nach der Entlassung von Zeitarbeitern während der Krise hat ElringKlinger im vergangenen Jahr wieder Personal aufgebaut. Die Beschäftigtenzahl stieg konzernweit um 12 Prozent auf 4.676 Mitarbeiter. Am Stammsitz in Dettingen arbeiten 1.200 Menschen. Die Tarifmitarbeiter an deutschen Standorten bekommen für das vergangene Jahr eine auf 1.000 Euro verdoppelte Erfolgsprämie.
Durch die Katastrophe in Japan ist ElringKlinger nur indirekt betroffen. Das Entwicklungszentrum arbeite abgesehen von Stromunterbrechungen normal. Die Produktion sei aber derzeit nur zu 5 Prozent ausgelastet, weil die Bänder der japanischen Autobauer noch still stehen, sagte Wolf. Auf Japan entfiel im vergangenen Jahr ein Umsatz von 20 Millionen Euro. Die japanische Tochter sei zudem nicht die ertragsstärkste, räumte Wolf ein. Der Konzern sehe bislang keine Auswirkungen im Auftragseingang./dct/fn/tw

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