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Domat/Ems (awp) - Der Spezialchemiekonzern Ems erreichte im Geschäftsjahr 2010 neue Höchstwerte in der 75-jährigen Unternehmensgeschichte. Der starke Schweizer Franken und der rasante Anstieg der Rohstoffpreise schmälerten jedoch bereits im zweiten Semester die Margen und dürften es auch im laufenden Jahr tun. Aus Anlass des Geburtstags spendiert Konzernchefin und Mehrheitseignerin Magdalena Martullo sich und den übrigen Aktionäre eine Jubliäumsdividende.
Mit einem Umsatzanstieg um 33,2% auf 1'596 Mio CHF hat Ems die Krise endgültig hinter sich gelassen. "Damit lagen wir über dem Marktwachstum", sagte die Konzernlenkerin am Freitag vor den Medien. Den Hauptteil des Wachstums schreibt Martullo der konjunkturellen Entwicklung zu, aber auch die Erschliessung neuer Märkte habe ihren Teil dazu beigetragen.
Wenig überraschend betrug der Umsatzzuwachs in Asien 60%, während er sich in Nordamerika und Europa auf jeweils 25% belief. Der Umsatzanteil in Fernost stieg dementsprechend auf 24,2%, nach 20,3% im Vorjahr. Gut die Hälfte der Produkte stellt Ems aber nach wie vor in der Schweiz her.
"Unsere Mitbewerber sind Amerikaner, Japaner und neu auch Chinesen. Preiserhöhungen mit Verweis auf den starken Franken liegen nicht drin", erklärte Martullo. "Wir bereinigen unser Portfolio daher laufend um margenschwache Produkte und Geschäfte und arbeiten natürlich laufend an der Effizienz." Die Verlagerung von Produktionsanlagen ins Ausland stehe jedoch nicht zur Debatte. Zudem biete die Schweiz bedeutende steuerliche Vorteile, räumte sie ein.
Mit Preiserhöhungen aufgefangen wird hingegen die Teuerung bei den Rohstoffen. Die Situation auf diesen Märkten umschrieb Martullo als "turbulent". "In meinen ersten vier Jahren als Konzernchefin haben wir die Verkaufspreise nie erhöht, im letzten Jahr hingegen vier Mal", illustrierte sie. Und die Frequenz nehme weiter zu. "Wir sehen viele Blasen in den Rohstoffpreisen", stellte sie fest.
Als besonders schwierig umschrieb Martullo die Situation in der Autoindustrie, die wie eh und je mit Jahrespreisen arbeite. "Da sind wir im Nachteil, denn im Einkauf haben wir schon bald wöchentliche Preise", so Martullo.
Weil Ems die höheren Rohstoffpreise nur mit einer gewissen Zeitverzögerung an die Kunden weiterreichen kann, stieg im Geschäftsjahr 2010 der EBIT mit +27% auf 282 Mio CHF weniger stark als der Umsatz. Die EBIT-Marge sank folglich auf 17,6 (VJ 18,5)%. Der Reingewinn stellte sich nach einem tieferen Finanzergebnis und höheren Steuern lediglich um 4,9% höher auf 232 Mio CHF ein.
Für das Geschäftsjahr 2010 wird den Aktionären die Ausschüttung einer ordentlichen Dividende von 6,50 (5,00) CHF pro Aktie und einer zusätzlichen Jubiläumsdividende von 6,00 pro Aktie (im Vorjahr Sonderdividende von 5,00 CHF) vorgeschlagen. Insgesamt steigt also die Ausschüttung auf 12,50 (10,00) CHF pro Aktie.
Martullo blickt mit Zuversicht in die nahe Zukunft: "Die Hochkonjunktur hält noch an." Auf der anderen Seite habe aber das Risiko auch zugenommen - auch das politische. Die Konzernchefin rechnet auch mit beschleunigt steigenden Rohstoffpreisen und anhaltend ungünstigen Währungsverhältnissen, was die Margen zunehmend beeinträchtigen werde.
In diesem Umfeld fokussiert sich Ems weiter auf die Polymeren Werkstoffe und investiert, um der steigenden Nachfrage Herr zu werden, im laufenden Jahr über 100 Mio CHF in den Ausbau der Produktionskapazitäten. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2010. "Diese Arbeiten werden noch im ersten Semester abgeschlossen. Danach werden wir zurückhaltend operieren, denn Ems bereitet sich auf den nächsten Abschwung vor."
Dennoch erwartet Ems 2011 einen Umsatz und ein Betriebsergebnis auf Stufe EBIT leicht über dem Vorjahr.
Analysten lobten neben dem Resultat auch die Ausschüttungspolitik. Wer Dividendenpapiere suche, für den sei Ems geradezu ein Muss, lautete ein Kommentar. Die Börse reagierte ebenfalls freundlich. Am frühen Nachmittag gewannen die Aktien in einem leicht freundlichen Gesamtmarkt 3,8% auf 166 CHF.
ra/cc

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